Ziel war es, die technischen Fähigkeiten der jungen Athleten unter die Lupe zu nehmen und nicht nur deren Ausdauerleistungen zu bewerten.
"Wir haben uns dabei an Vorbildern in Deutschland und der Schweiz orientiert", erklärt Organisator Frédéric Rosenstein. "Die Idee, einen Fahrtechnik-Parcours mit verschiedenen Hindernissen auf die Beine zu stellen, hatten wir schon seit einigen Jahren im Hinterkopf. Die Übungen sind altersgerecht gestaltet und sollen zeigen, wie gut die Athletinnen und Athleten ihr Fahrrad beherrschen."
Im Gegensatz zu einem klassischen Fahrsicherheitstraining stehe dabei nicht das Verhalten im Straßenverkehr im Mittelpunkt. "Bei einem Fahrsicherheitstraining geht es eher darum, wie man sicher bremst oder sich im Verkehr verhält", so Rosenstein. "Hier prüfen wir gezielt die Radbeherrschung und die fahrtechnischen Fähigkeiten der Sportler."
Der Technikparcours soll dabei eine Ergänzung zu den üblichen Cross-Country-Rennen darstellen. "In den Rennen sehen wir vor allem die konditionellen Fähigkeiten der Athleten", erläutert Rosenstein. "Mit dem Parcours können wir einen deutlich umfassenderen Eindruck gewinnen und technische Fähigkeiten sichtbar machen, die im Wettkampf manchmal von der Kondition überdeckt werden."

Ob sich unter den Teilnehmern bereits die Radsportstars von morgen befinden, lässt sich laut Rosenstein allerdings nicht sagen. "Wir können Talente und bestimmte technische Aspekte gezielter erkennen. Daraus abzuleiten, wer später einmal in die Fußstapfen der Rex-Brüder oder anderer erfolgreicher ostbelgischer Radsportler treten wird, wäre aber verfrüht."
Der Technikparcours wurde bewusst als Testveranstaltung konzipiert. Neben den sportlichen Aspekten stand auch die Erprobung der organisatorischen Abläufe im Vordergrund. "Für uns ist das in erster Linie ein Testlauf", sagt Rosenstein. "Wir wollen sehen, wie die Übungen funktionieren, wie die Abläufe sind und wie die Athletinnen und Athleten damit zurechtkommen."
Ob der Technikparcours künftig fester Bestandteil der VOR-Ostbelgien-Meisterschaft wird, steht derzeit noch nicht fest. "Der Ausgang ist definitiv offen", betont Rosenstein. "Wir werden die Erfahrungen auswerten und dann entscheiden, ob dieses Format in den kommenden Jahren weiterhin angeboten wird."
Radio-Interview mit Frédéric Rosenstein im Player:
Christophe Ramjoie