Es ist ein prall gefülltes Wochenende für die Truppe aus St. Vith: Bei den Spa Classic bringt LifeLive gleich vier Autos an den Start. "Und das in vier verschiedenen Rennen, also sind die Autos im Paddock an verschiedenen Orten. Das Material und die Leute wandern hin und her", erzählt Raphaël de Borman, der Geschäftsführer von LifeLive. "Auch da ist es ein Rennen gegen die Zeit. Zum Glück haben wir dieses Jahr besseres Wetter als letztes Jahr!"
Raphaël de Borman sitzt bei den Spa Classic aber auch selbst im Auto. Er steuert den Ford Escort RS 1600 1972. "Es ist sportlich. Man muss Prioritäten setzen. Mir geht es vor allem darum, dass unsere Kunden zufrieden sind", sagt de Borman. "Aber dass ich selbst an den Start gehe, ermöglicht mir, eine andere Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen. Wir diskutieren als Fahrer und sie erkennen, dass ich weiß, wovon ich rede – zumindest fahrerisch gesehen. Für die Technik haben wir ein gute Mannschaft, die alle Fragen beantworten kann."
Zehn Mitarbeiter von LifeLive bilden die Mannschaft für die Spa Classic. Die historischen Rundstreckenrennen sind die neueste Sparte der Firma aus St. Vith. Angefangen hatte das Unternehmen von Thierry Neuville mit den Crosscars. "Die Crosscars liegen Thierry sehr am Herzen, deshalb hat er damals LifeLive ins Leben gerufen. Aber das ist nur ein kleiner Markt. Und wir sind in Belgien, mit den belgischen Lohnkosten. Unsere Konkurrenten sind in Süd- oder Osteuropa und dadurch im Vorteil. Es war nicht leicht für uns, nur mit den Crosscars ein rentables Unternehmen zu führen."
Vor zwei Jahren ist LifeLive deshalb auch in den Rallyesport eingestiegen. Letztes Jahr kamen dann die historischen Rundstrecken-Rennen hinzu. "Das ist eher mein Terrain, auch wenn ich selbst auch im Rallyesport angefangen habe. Ich denke, dass auf lange Sicht die Historik-Wettbewerbe – ob jetzt Rallye oder Rundstrecke – für unser Unternehmen wichtig sind. Wenn man sieht, wie viele Autos und Zuschauer dieses Wochenende hier sind, hat dieser Sport eine tolle Zukunft", glaubt de Borman.
"Aber Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut worden. Wir brauchen also noch etwas Zeit, um uns auch in diesem Bereich zu etablieren. LifeLive hat sich in Belgien schon einen Namen gemacht und Thierry ist natürlich auch international bekannt. Aber in den Historik-Rennen sind wir noch neu und müssen uns erst ein Netzwerk und unseren Kundenstamm aufbauen. Das geht nur Schritt für Schritt, indem wir zeigen, dass wir gute Arbeit leisten und unsere Autos zuverlässig und schnell sind."
Das ist dem Team bei den Spa Classic am Samstag gelungen. Im ersten Rennen des GT3 Revivals sicherte sich Guillaume Dumarey im Aston Martin V12 Vantage den Sieg. Olivier Meurens fuhr bei den Sixties Endurance im Lotus Elan 26R auf Gesamtrang zehn und zum Klassensieg. Raphaël de Borman war im Qualifying des Heritage Touring Cup 1 der Schnellste seiner Klasse.
Der Sonntag verlief weniger gut. Im Heritage Touring Cup 1 lag Raphaël de Borman nach einer Kollision mehrerer Fahrzeuge direkt nach dem Start auf Gesamtrang zwei, musste den Escort aber später mit technischen Problemen abstellen. Der Volvo 240 Turbo 1985 landete im Heritage Touring Cup 2 nur auf Platz 16 (Platz acht in der Klasse). Für Guillaume Dumarey sprang beim zweiten Rennen des GT3 Revivals im zweiten Rennen immerhin Platz fünf heraus.
Katrin Margraff







