In den 2000er hat er mit dem Rennstall PSI für Furore gesorgt, jetzt meldet sich Christian Schumacher wieder zurück – unter dem Namen PSI Motorsport Classics mit Sitz in Neidingen. Vor genau einem Jahr feierte das Team sein Comeback bei den Spa Classic. "Also angefangen hat es eigentlich im ersten Corona-Lockdown. Jeder saß zu Hause, viele Gedanken, keiner wusste so richtig, wie es insgesamt weitergeht."
"Und dann haben Bekannte aus Genf mich angerufen: Wir haben die alten Porsche 996 GT2 noch immer unterstehen. Es gibt keine Ersatzteilversorgung mehr, niemand mehr an der Strecke, um Support zu leisten - aber wir hätten Lust, die Autos wieder rauszuholen. Würde es dich reizen, die Dinger neu aufzubauen?", erzählt Christian Schumacher.
Über 20 Jahre später dann alles wieder ans Laufen zu bringen, ist nicht ganz so einfach. Trotzdem nahm Christian Schumacher die Herausforderung an. Ende 2022 war alles so weit organisiert – und es konnte losgehen. "Dann haben wir angefangen, die ersten beiden Autos neu aufzubauen, also wirklich von der Pike auf, wie damals zu PSI-Zeiten, als die Entwicklung stattgefunden hat. 2025 war erste fertig - zeitig für die Spa Classic, für unser Heimrennen. Letztes Jahr unter katastrophalen klimatischen Umständen - kalt, Regen und was man sich alles denken kann - dieses Jahr genau das Gegenteil. Soweit zum 'Reborn' vom 996."
Auf sich aufmerksam gemacht hat der Porsche 996 bei den Spa Classic auf jeden Fall. Bei der Einführungsrunde vor dem ersten Rennen machte der Anlasser Mucken, Fahrer Markus Palttala kam erstmal nicht vom Fleck. Nach tatkräftiger Anschiebehilfe der Mechaniker vom Serviceteam AP Historic Racing aus Eupen gab es Applaus von der Tribüne.
Ansonsten macht das Auto selten Probleme. "Also unser Porsche ist ganz einfach, ich sag mal 'ein treues Tier'. Reifen, Bremsen, bisschen Luftdruck. Und Markus kennt das Auto in- und auswendig. Es läuft problemlos. Die Zuverlässigkeit ist da, dazu kommt die Rundenkonstanz, die Markus halt eben abrufen kann. Das war auch letztes Jahr ausschlaggebend dafür, dass wir den Vizemeistertitel einfahren konnten, denn von der Grundperformance fehlen dem Auto gegenüber den Maseratis drei, vier Sekunden." Und so gab es bei den zwei Rennen in Spa zwei Mal Platz fünf in der Klasse für den Porsche 996 Bi-Turbo GT2 R aus dem Jahr 2003.
Seit diesem Jahr bringt PSI auch einen anderen "alten Bekannten" wieder auf die Strecke: den Ford GT Matech. Als Schumacher erfuhr, dass 2026 zum 20-jährigen Jubiläum der GT3-Fahrzeuge eine neue Rennserie für diese inzwischen legendären Fahrzeuge ins Leben gerufen wird, hat er nicht lange gefackelt. "Der Reiz war unmittelbar gegeben. Es war ein tolles Projekt damals mit Martin Bartek zusammen und ich hab mir dann gedacht, gut, wenn wir irgendwo Autos ausfindig machen können, bin ich direkt wieder dabei. Und so stehen wir halt eben auch mit dem Ford dieses Wochenende hier."

Für dieses Auto ist es erst das zweite Rennwochenende. Da sind Probleme zu erwarten. "Mit dem Ford tun wir uns momentan ein bisschen schwer. Es gibt noch viele kleine Kinderkrankheiten nach dem ersten Aufbau. Das sind keine großartigen Probleme, aber das ist schon eine Ära Fahrzeuge, die eigentlich nicht mehr ganz vergleichbar mit dem Porsche ist, weil schon viel Elektronikassistenzsysteme wie Traction Control, ABS oder PaddleShift eingebaut sind. Das muss man mit der alten Mechanik, die in den Autos drin ist, irgendwie matchen."
"Ist an irgendeiner Ecke etwas, was ein bisschen hakt, hat das unmittelbar Einfluss auf andere Faktoren im Auto. Es sind alles kleine Themen, aber in der Gesamtbilanz sind es dann eben am Ende auch drei, vier Sekunden, die fehlen." Deshalb hatte Schumacher der Mannschaft Lindsay Brewer und Célia Martin im Ford GT Matech von 2012 die Top Ten als Ziel gesetzt. Viel Zeit auf der Strecke gab es nicht: Das erste Rennen Samstagabend wurde nach nur acht Runden abgebrochen, auch im zweiten Rennen musste das Safety Car auf die Strecke. Der Ford GT Matech landete beide Mal auf Platz 13.
Katrin Margraff




