Besonders im Fokus der Pressekonferenz vor den 24 Stunden von Spa standen die Sieger des 24-Stunden-Rennens vom Nürburgring am vergangenen Wochenende. "Endlich", lachte Maxime Martin. "Es war schließlich schon mein 15. Versuch."
"Es war sehr emotional. Irgendwie ist es eine Familiengeschichte, mein Vater hat dort auch schon gewonnen." Jean-Michel Martin gewann das Rennen 1992 … und im gleichen Jahr auch die 24 Stunden in Spa. Ein gutes Omen? "Ja klar, das ist natürlich auch mein Ziel."
Auch Nürburgring-Teamkollege Maro Engel war bei der Pressekonferenz in Francorchamps dabei. "70 GT3-Fahrzeuge, das ist ein sehr beeindruckendes Feld. Natürlich würden wir gerne weiter Siege einfahren", sagte Engel. Martin und Engel haben dieses Jahr auch schon die Bathurst 12h gewonnen, in Spa starten sie allerdings für verschiedene Teams.
Mehr als 250 Fahrer aus 43 Nationen gehen beim 24-Stunden-Rennen an den Start, auch wieder der mehrfache Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi im BMW des Lütticher Teams WRT.
21 Belgier sind im Feld. Chancen auf den Gesamtsieg haben neben Maxime Martin (Mercedes-AMG GetSpeed) auch Alessio Picariello (Porsche Boutsen VDS), der letztes Jahr mit Platz zwei bester Belgier wurde, und Charles Weerts (BMW WRT). Die drei starten in der Pro-Klasse. Nicht dabei sind die Vanthoor-Brüder Laurens und Dries.
Bovy und Ickx melden sich zurück
Am Start sind auch zwei Belgierinnen. Sarah Bovy ist nach einem Jahr Pause wieder dabei. "Ich bin super-glücklich, wieder am Start zu sein. Letztes Jahr habe ich das Rennen kommentiert, jetzt sitze ich nochmal im Auto. Und das mit einer Mannschaft mit vier belgischen Fahrern. Ein tolles Projekt!" Bovy startet mit Nicolas Baert, Xavier Knauf und Grégory Servais in einem Aston Martin von Comtoyou in der Pro-Am-Klasse.
Auch Vanina Ickx, die schon länger nicht mehr in Spa am Start war, meldet sich zurück. "Das wird ein netter Geburtstag, denn es ist meine zehnte Teilnahme. Mit Mühlner Motorsport war ich auch letztes Mal hier und für uns sprang damals der Klassensieg heraus."

Im Teilnehmerfeld sind zehn verschiedene Hersteller zu finden. Die meisten Autos bringt Porsche an den Start (16), Mercedes-AMG schickt elf Autos ins Rennen, BMW, Ferrari und McLaren jeweils acht. Außerdem dabei: Aston Martin (7), Audi (6), Corvette (2), Ford (2) - und Lamborghini mit zwei Exemplaren des neuen Temerario GT3.
Sportlich gesehen bietet die Ausgabe 2026 eine große Änderung: ein neues Qualifikations-Format. In drei Gruppen werden die Fahrer auf die Strecke geschickt (Bronze und Pro-Am, Silber und Gold, Pro). Die 32 schnellsten Teams erreichen die Superpole, die jetzt in Q1 (32 Fahrzeuge, zehn Minuten) – Q2 (16 Fahrzeuge, sieben Minuten) – Q3 (acht Fahrzeuge, sieben Minuten) unterteilt wird. Die vier schnellsten haben dann noch jeweils eine Runde, um die Pole Position zu erobern.
Neu ist auch, dass es schon am Dienstag freie Trainings und damit Action auf der Strecke gibt. Erster Höhepunkt für die Fans ist am Mittwoch die beliebte Fahrerparade von der Rennstrecke nach Spa und zurück mit Autogrammstunde in Spa. Am Donnerstag und Freitag sind nach Ende der verschiedenen Trainings-Sessions und Rahmenrennen abends Konzerte geplant. Headliner des Konzerts am Samstagabend ist dieses Jahr Dimitri Vegas. Das 24-Stunden-Rennen startet am Samstag (27. Juni) um 16:30 Uhr.
Katrin Margraff