"Die Leistung war gut. Die Beine waren eigentlich sehr gut, dafür dass ich wegen Krankheit drei, vier Tage ausgesetzt habe", bilanzierte der Belgier nach dem 155 Kilometer langen Rennen. Besonders technisch habe er sich stark präsentiert: "Da merke ich schon, dass ich vielen Fahrern etwas voraus habe."
Doch genau dort lag auch das Problem. Immer wieder fand sich Janssens in der Gruppe zu weit hinten wieder. "Wenn es dann richtig losgeht, platzt es in alle Richtungen. Dann fehlt manchmal ein bisschen, um die Lücken noch zuzufahren", erklärte er. Vor allem das extrem hohe Tempo sei eine Herausforderung gewesen: "Bei diesen mega-schnellen Rennen fehlt mir manchmal noch die Gewohnheit, so im Pulk zu fahren. Die Straßenfahrer tun sich da leichter."
Das Rennen rund um Valkenburg hatte Elemente des berühmten Amstel Gold Race. Besonders der legendäre Cauberg sorgte für Gänsehaut-Momente. "Es ist natürlich cool. Man kennt die Gegend von den Rennen", sagte Janssens, der zwischenzeitlich sogar das Feld am Cauberg anführte. "Ich bin eigentlich über alle Berge gut drüber gekommen. Da kann ich wirklich nicht klagen."
Dass mit Wout van Aert einer der größten Stars des Straßenradsports gewann, wertet Janssens als starkes Signal für die Szene. "Wir sind natürlich happy, dass der Sport so viel Interesse bekommt. Das macht die Rennen aber auch deutlich härter", sagte er lachend. Gerade die Mischung aus Straßenprofis und Gravel-Spezialisten mache den Reiz aus: "Die Power haben sie sowieso. Aber im Schotter, in den Abfahrten und Kurven, fehlen manchen Straßenfahrern dann doch die technischen Fähigkeiten."
Für Janssens selbst scheint die Zukunft immer stärker Richtung Gravel zu gehen. "Man muss das tun, worin man gut ist", meinte er. Zwar habe er weiterhin Spaß am Mountainbike, doch die Dynamik im Gravel-Sport sei derzeit kaum zu übersehen: "Die Szene boomt. Das Material entwickelt sich ständig weiter und jedes Wochenende lernt man neue Leute kennen - Fahrer, Marken, Hersteller. Es ist momentan einfach unglaublich spannend."
Radio-Interview mit Arne Janssens im Player:
Christophe Ramjoie

