Die Erleichterung war dem ganzen Team anzusehen: Peugeot startet zum ersten Mal in der Hypercar-Ära der Langstrecken-Weltmeisterschaft vor der Pole Position. Nach einem Dreher in der Aufwärmrunde im Raidillon und einem ungeplanten Reifenwechsel fuhr Malthe Jakobsen in 2:00,653 die schnellste Runde der Hyperpole am Freitagnachmittag.
"Nicht der ideale Start", lachte Jakobsen. "Zum Glück habe ich nichts berührt, bin dann zurück an die Box, um neue Reifen aufzuziehen. Die Zeit hat noch gereicht, um einen zweiten Versuch zu starten – und der hat sich gelohnt!"
"Die letzten Jahre waren schwierig. Das ist jetzt der Beweis, dass alles möglich ist und man niemals aufgeben darf", unterstrich Jakobsen, Teamkollege der Franzosen Loïc Duval und Théo Pourchaire.
Stoffel Vandoorne: "Gut für die Moral"
"Es hat Zeit gebraucht - aber besser spät als nie", sagt auch Teamkollege Stoffel Vandoorne, der in der Qualifikation 0,545 Sekunden langsamer war. Das Schwesterauto #93 geht von Platz neun ins Rennen. "Die Pole ist gut für die Moral, ein Boost für das ganze Team. Aber wir haben ein langes Rennen vor uns. Es kommt darauf an, dass wir dort Leistung bringen."
"In Imola waren wir auch gut im Qualifying, das Rennen war dann aber schwierig. Der Reifenverschleiß ist ein schwieriges Thema, vielleicht kommen uns hier in Spa aber die nicht so hohen Temperaturen entgegen. Aber ehrlich gesagt weiß ich wirklich nicht, was wir erwarten dürfen."
In der ersten Startreihe steht neben dem Peugeot #94 der Cadillac #12, den Will Stevens mit 0,043 Sekunden Rückstand auf Startplatz zwei setzte. Von Platz drei und vier gehen die beiden Alpine #35 (+0,078) und #36 (+0,185) ins Rennen. Dahinter folgen der zweite Cadillac #38 (+0,287) und die beiden Aston Martin #009 und #007 (+0,360 und 0,399). Der beste Ferrari #50 schaffte nur Platz acht (+0,464).
Dries Vanthoor: "Wir müssen realistisch sein"
Dries Vanthoor im BMW von WRT #15 schloss die Top Ten mit einem Rückstand von 0,664 Sekunden ab. "Ich bin natürlich nicht ganz zufrieden. Gut, dass wir es in die Hyperpole geschafft haben nach einem schwierigen dritten freien Training, wo wir etwas am Setup ausprobiert haben, was aber nicht funktioniert hat. Meine Quali-Runde war nicht schlecht, aber es war mehr drin. Also bin ich schon ein bisschen frustriert."
Für Vanthoor ist der BMW im Rennen stärker als im Qualifying. "Hoffentlich kommen wir gut durch das Feld, aber wirklich wissen wir das erst im Rennen. Ein Podium wäre natürlich toll, aber wir müssen auch realistisch sein. Wenn wir ein gutes Rennen haben, eine gute Strategie und keine Fehler machen, müsste ein Top-fünf-Resultat drin sein."
Überraschend verpasste Auftaktsieger Toyota mit beiden Autos die Hyperpole. Auch zwei der drei Ferrari und der BMW #20 schafften es nicht in den zweiten Teil der Qualifikation.
Tom Van Rompuy auf Startplatz eins in der LMGT3
In der zweiten Liga LMGT3 eroberte wie im vergangenen Jahr Lexus die Pole Position. Der Franzose Hadrien David drehte in der Hyperpole die schnellste Runde, nachdem Teamkollege Tom Van Rompuy den Lexus #78 im ersten Quali-Teil in die Top Ten gebracht hatte. Platz zwei und drei gingen an Aston Martin #27 und Ford #77.
Der beste WRT-BMW startet von Platz sieben (#32), direkt vor dem Mercedes #61 von Maxime Martin. Das Rennen beginnt am Samstag um 14 Uhr.
Katrin Margraff