Nach einem sportlich schwierigen Jahr 2025 ist die belgische Springreiterin Katja Haep eindrucksvoll in die neue Saison gestartet. Mit starken Resultaten im Frühjahr und einer erfolgreichen Rückkehr ihrer Erfolgsstute Romy blickt die Ostbelgierin wieder optimistisch nach vorne.
"Es fühlt sich sehr gut an. Es kommt ein bisschen schnell, ein bisschen viel Gutes aufeinander", sagt Haep über ihr gelungenes Comeback. Nach der langen Pause habe sie nicht genau gewusst, wo sie sportlich stehen würde. Umso erfreulicher sei es, dass Romy direkt wieder überzeugen konnte. "Die Stute ist voller Energie zurückgekommen aus der Pause und hat sich in Lier und Saint-Tropez bewiesen", erklärt Haep. Damit habe das Paar schnell gezeigt, dass es wieder an frühere Leistungen anknüpfen kann.
Das Jahr 2025 war für Haep von Rückschlägen geprägt. Nachdem sich Romy verletzt hatte und länger pausieren musste, stellte die Reiterin vieles neu auf. Ihre älteren Pferde bekamen bewusst eine Auszeit. Stattdessen konzentrierte sich Haep auf die Arbeit mit den jungen Pferden - mit nachhaltigem Effekt: "Die haben mir beigebracht, geduldiger zu sein." Diese neue Gelassenheit habe sich inzwischen auf den gesamten Stallalltag übertragen. "Sind sie fit und fühlen sie sich gut, dann gehen wir. Sonst bekommen sie eben noch ein bisschen Pause."
Trotz fehlender Ergebnisse seit Mai 2025 blieb Haep Teil des belgischen B-Kaders. Darüber zeigte sie sich besonders dankbar. Nach dem Sieg beim ersten großen Turnier des Jahres folgte direkt die nächste Überraschung: die Nominierung für das Nationenpreis-Turnier in Mannheim. "Das kam jetzt alles ein bisschen viel, ein bisschen schnell", sagt Haep, die die Entwicklung dennoch mit großer Freude annimmt.
Ein weiterer sportlicher Aufstieg steht für die Springreiterin derzeit nicht im Vordergrund. Haep weiß genau, wo ihre Prioritäten liegen. "Da, wo ich jetzt bin, bin ich sehr glücklich", betont sie. Für höhere Ziele brauche es mehr Pferde und einen deutlich größeren Zeitaufwand. Gleichzeitig spiele auch die Familie eine wichtige Rolle: Ihre beiden Kinder sind selbst sportlich aktiv - eines im Reitsport, das andere im Fußball.
Zufriedenheit misst Katja Haep nicht ausschließlich an Platzierungen. Für sie zählen vor allem das Wohl der Pferde und deren Entwicklung. "Ich bin zufrieden, wenn es den Pferden gut geht, wenn sie sich gut zeigen und das umsetzen, was wir in der Woche gelernt haben."
Radio-Interview mit Katja Haep im Player:
Christophe Ramjoie