Nach dem verpassten Aufstieg in die 1. Division A steht die AS Eupen vor einem Sommer des Umbruchs. Das ist am Kehrweg ja nichts Neues, doch diesmal ist es weitreichender. Unter dem künftigen Einfluss des neuen Eigentümers QSI dürften die Weichen am Kehrweg zeitnah neu gestellt werden - sportlich wie strukturell. Sportdirektor Pasquale Sensibile rechnet bereits mit schnellen Entscheidungen.
"QSI hat mir die Mission gegeben, diese Saison zu verwalten. Im Moment weiß ich noch nichts Genaues, aber ich denke, dass sie sehr schnell beginnen werden, alles zu definieren", erklärte Sensibile nach dem Saisonende.
Vor allem der Kader dürfte in den kommenden Wochen deutlich verändert werden. Mehrere Verträge laufen aus, darunter jene von Scott Kennedy, Kevin Möhwald, Igor Plastun, Merveille Bokadi, Nathan Bitumazala und Gabriel Bares. Zudem endet die Leihe von Yoram Zague. Damit entsteht viel Raum für personelle Neuausrichtung und frische Impulse. Es spricht vieles dafür, dass die Mannschaft zur neuen Saison ein deutlich verändertes Gesicht präsentieren wird.
Neben den sportlichen Personalfragen richtet sich der Blick auch auf die Infrastruktur des Vereins. Rund um das Kehrwegstadion kursieren derzeit zahlreiche Gerüchte - von Modernisierung bis hin zu größeren Umbauplänen. Konkrete Projekte oder Entscheidungen wurden bislang jedoch nicht kommuniziert.
Als deutlich wahrscheinlicher gilt dagegen die Zukunft des Nachwuchsbereichs. Die Jugendabteilung dürfte dauerhaft vom Kehrweg nach Dison verlegt werden. Die Nachwuchsteams trainieren bereits seit rund zwei Jahren dort, zudem sind die Pläne für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur weit fortgeschritten. Frühere Lösungen auf Eupener Stadtgebiet - etwa eine mögliche Ansiedlung am Stockbergerweg - konnten in der Vergangenheit nicht realisiert werden.
Trotz aller Ambitionen und möglicher Investitionen wird es für den Verein entscheidend sein, seine regionale Verankerung zu bewahren. Die AS Eupen steht vor einer wichtigen Phase der Erneuerung - doch bei allen Veränderungen darf der Klub seine Identität nicht verlieren.
Blick nach vorne: "Wichtige Basis für die kommende Saison"
Nach dem emotionalen Saisonende und der Enttäuschung über das Verpassen der Aufstiegsrunde hat AS-Eupen-Sportdirektor Pasquale Sensibile den Fokus klar auf die Zukunft gerichtet. Trotz der großen Enttäuschung sieht der Italiener in der Entwicklung der vergangenen Wochen eine wertvolle Grundlage, auf der der Klub in der kommenden Spielzeit aufbauen kann.
"Ich habe Menschen, Männer, Spieler und ein Team wachsen sehen", erklärte Sensibile. Besonders in den letzten beiden Monaten habe die Mannschaft große Fortschritte gemacht - im täglichen Verhalten, im Zusammenhalt und in der Arbeitsweise. "Wir sind keine außergewöhnliche Mannschaft, aber wir sind ein Team."
Für den Sportdirektor ist genau diese Entwicklung entscheidend mit Blick auf die nächste Saison. "Das ist eine Basis, auf der man sehr gut weiterarbeiten kann", betonte er. Vor allem die in den vergangenen Wochen entstandene Mentalität innerhalb der Gruppe sei ein wichtiger Faktor für die zukünftige Ausrichtung des Vereins.
Auch organisatorisch sollen nun zeitnah die nächsten Schritte folgen. Sensibile kündigte an, dass zunächst noch mindestens zwei Wochen weitertrainiert werde. "Das gehört zu unserer Professionalität", sagte er.
Parallel dazu erwartet der 53-Jährige bald Klarheit über die sportliche Planung. "Sehr schnell werden Entscheidungen getroffen werden", so Sensibile. Dabei gehe es darum, die positiven Ansätze der vergangenen Monate zu bewahren und die Mannschaft gezielt weiterzuentwickeln.
Seine eigene Zukunft ließ der Sportdirektor offen. Klar sei jedoch, dass nun die Weichen für eine erfolgreiche kommende Saison gestellt werden müssten.
Christophe Ramjoie