Grok, Gemini, Chat GPT und wie sie alle heißen: KI hilft den Menschen im alltäglichen Leben und übernimmt hier Aufgaben. Beim Fußball scheint das auf den ersten Blick nicht so zu passen, doch auch hier wird sie in verschiedenen Feldern benutzt, erklärt Marc Cürtz, Projektleiter bei der AS Eupen: "Es gibt zahlreiche Einsatzgebiete, angefangen beim Scouting über die Kommunikation, Marketing, Vertragswesen bis hin zur Rasenpflege."
Auch die AS Eupen geht seit mehreren Jahren mit der Zeit und setzt auf die Unterstützung der Künstlichen Intelligenz - vor allem bei der Kommunikation mit den Fans.
"Unser erstes KI-Projekt haben wir Ende 2023 gestartet. Das war ein Chatbot, den man auch heute noch auf unserer Webseite findet. Wenn man als User auf unsere Webseite geht, dann kann man unten rechts den Chatbot anklicken und sich dort verschiedene Informationen holen. Beispielsweise wie viel ein Ticket kostet, wann das nächste Spiel ist, wie viele Punkte wir haben oder wie viele Mannschaften aufsteigen."
Vorbild Union St. Gilloise
Der Chatbot Eupi ist dabei nicht das einzige Beispiel für die Nutzung der Künstlichen Intelligenz bei der AS Eupen. Auch auf dem Platz wird sie genutzt. Hier profitiert die AS sogar vom Champions-League-Sieger: "Für den sportlichen Bereich ist unser neuer Eigentümer Qatar Sports Investment zuständig. Sie haben bereits ein Scouting-System für Paris Saint-Germain entwickelt und werden das auch für die AS nutzen."
Ein großes Vorbild im Bereich Scouting mit KI ist der amtierende Meister Union St. Gilloise. Seit mehreren Jahren nutzt der Club aus der Hauptstadt Künstliche Intelligenz, um unbekanntere Spieler zu finden und für kleines Geld zu kaufen. Prominente Beispiele hierfür sind die Stürmer Victor Boniface oder Mohamed Amoura. Beide schlugen voll ein und verließen Brüssel für viel Geld.
KI ist kein Ersatz für Personal
Während dieser Aspekt den katarischen Eigentümern zukommt, hat man in Eupen andere Zukunftsvisionen mit der Künstlichen Intelligenz. "Bei uns wird KI vor allem in der Administration eine immer wichtigere Rolle spielen. Ich denke, dass sie zukünftig viele Arbeitsprozesse vereinfachen und beschleunigen wird. Wir werden dann auch die Möglichkeit haben, neue Dinge zu entwickeln, die bis jetzt noch auf unserer To-Do-Liste standen. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass wir auf keinen Fall Personal durch KI ersetzen möchten. Unser Ziel ist es stattdessen, dass wir unsere Arbeit beschleunigen und verbessern können. Hoffentlich können wir dann auch mehr Dinge machen, für die wir bislang nicht genügend Kapazitäten hatten."
Wie gut das Scoutingsystem von QSI ist, wird sich in der Transferperiode im Sommer zeigen. Vielleicht findet die KI ja sogar den nächsten Lionel Messi und bringt ihn an den Kehrweg.
Paul Schmitz