In der Anfangsphase in Chicago erwischte Mexiko den deutlich besseren Start und setzte die im Vergleich zum Test gegen die USA stark veränderten Roten Teufel früh unter Druck. Belgien wirkte nach den zahlreichen Umstellungen zunächst unsortiert, leistete sich im Aufbau einige Ungenauigkeiten und fand kaum Zugriff auf das Spiel. Die Mexikaner kamen mehrfach gefährlich vor das Tor von Matz Sels, der seine Mannschaft mit einigen Paraden im Spiel hielt.
Nach rund 20 Minuten fiel dann jedoch der verdiente Führungstreffer für Mexiko – und erneut offenbarte sich eine bekannte Schwäche der Belgier: Nach einer Ecke landete der Ball am zweiten Pfosten bei Jorge Sánchez, der zur 1:0-Führung einschob. Auch in der Folge blieb Mexiko die gefährlichere Mannschaft, während Belgien offensiv nur selten Akzente setzen konnte. Die beste Gelegenheit vor der Pause hatte noch Maxim De Cuyper mit einem Distanzschuss, der jedoch deutlich am Tor vorbeiging. Insgesamt fehlte es den Belgiern an Präzision und Durchschlagskraft, sodass sie mit einem Rückstand in die Halbzeit gingen.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Roten Teufel dann wie ausgewechselt. Ohne personelle Änderungen, aber mit deutlich mehr Tempo und Entschlossenheit, gelang ihnen ein Traumstart in die zweite Hälfte: Keine Minute war gespielt, als Youri Tielemans den Ball klug auf Dodi Lukebakio ablegte. Dieser zog nach innen und schlenzte den Ball sehenswert in die lange Ecke – der schnelle Ausgleich zum 1:1 und zugleich Lukebakios fünfter Treffer im Nationaltrikot.

Mit zunehmender Spieldauer nutzte Nationaltrainer Rudi Garcia die Partie für zahlreiche Wechsel. Kurz vor der Trinkpause brachte er frische Kräfte mit Jérémy Doku, Charles De Ketelaere, Thomas Meunier und Nicolas Raskin für Godts, Openda, Castagne und Witsel. Auch Mexiko tauschte gleich mehrfach durch. Nach der Unterbrechung bekamen zudem Kevin De Bruyne, Koni De Winter und Maxim De Cuyper eine Pause. Lucas Stassin feierte sein Debüt bei den Roten Teufeln, während Zeno Debast und Alexis Saelemaekers ebenfalls noch Spielminuten sammelten. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts mehr – es blieb beim 1:1.
Mit Blick auf die kommenden Wochen richtet sich der Fokus bereits auf die Weltmeisterschaft. Ende Mai wird Nationaltrainer Rudi Garcia seinen endgültigen Kader nominieren. Anfang Juni stehen noch zwei Testspiele gegen Kroatien und Tunesien an, ehe Belgien am 15. Juni mit dem Auftaktspiel gegen Ägypten ins Turnier startet. Weitere Gruppengegner in der Gruppe G sind – vorbehaltlich der endgültigen Bestätigung – Iran und Neuseeland.
Christophe Ramjoie