"Eine Generalversammlung ist eine Generalversammlung - sie hat sehr gut funktioniert", erklärte LOS-Geschäftsführerin Anne Brüll. "Alle Dinge, die abgesegnet werden mussten, sind beschlossen worden. Von der praktischen Seite war es also sehr erfolgreich."
Inhaltlich jedoch sei das Jahr 2025 "wechselhaft" gewesen. Neben zahlreichen sportlichen Höhepunkten wie der Sportgala, dem Benefiz-Marathon, dem Feldtrail oder der Europäischen Woche des Sports habe vor allem die interne Umstrukturierung das Bild geprägt. "Wir hatten viele tolle Leuchtturmmomente", so Brüll. "Aber klar stand alles unter einem eher negativeren Stern durch die Personalentlassungen. Das macht es emotional schwierig."
Diese Maßnahmen seien jedoch notwendig gewesen, wie sich auch bei der Versammlung gezeigt habe. "Wenn man auf die Finanzen blickt, war es leider nötig", betonte die LOS-Geschäftsführerin. Dennoch richte sich der Blick nun nach vorne. "2026 ist gut gestartet. Weniger Personal, weitere Umstrukturierungen - alles muss sich finden. Aber wir gehen positiv in das Jahr."
Inhaltlich will sich der Verband künftig breiter aufstellen. Eine Abkehr vom Leistungssport sei das jedoch nicht. "Das ist vielleicht plakativ so genannt", erklärte Brüll. "Wir bleiben im Förderzentrum aktiv - mit den Abteilungen Biathlon, Radsport, Fußball und Tennis. Neu begleiten wir auch Initiativen im Schach und im Handball."
Parallel dazu soll der Breitensport weiter gestärkt werden. Ziel sei es, möglichst viele Menschen in Ostbelgien zu mehr Bewegung zu motivieren. "Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, damit jede Person ihre Möglichkeit findet, aktiv zu sein", sagte Brüll. Dabei wolle man näher an Vereine und Bürger heranrücken und die Bedeutung von Bewegung für Gesundheit und soziales Leben stärker vermitteln.
Ein zentrales Instrument für die Zukunft sieht Brüll in der neuen Sportentwicklungsstudie "Sport in Ostbelgien 2040". "Wir stehen noch am Anfang, aber wir erhoffen uns wichtige Erkenntnisse", so die Geschäftsführerin. Analysen zu Infrastruktur, Vereinslandschaft und Bewegungsverhalten könnten entscheidende Impulse liefern. "Das wird uns helfen, unsere Arbeit gezielt weiterzuentwickeln."
Radio-Interview mit Anne Brüll im Player:
Christophe Ramjoie