"Wir sind froh, dass wir Thomas von dem Projekt überzeugen konnten", erklärt KTSV-Präsident Marc Wagner. Der Trainer, zuletzt unter anderem beim französischen Erstligisten Istres Provence Handball tätig und zuvor erfolgreich beim HC Visé BM, kehrt aus privaten Gründen nach Belgien zurück - eine Gelegenheit, die Eupen konsequent nutzte. "Davon haben wir Wind bekommen und haben uns mit ihm zusammengesetzt." Auch bestehende Kontakte zu Spielern hätten den Ausschlag gegeben.
Sportlich will sich der Verein perspektivisch weiterentwickeln, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. In der Super Handball League bleibt der Klassenerhalt das vorrangige Ziel, doch mittelfristig soll der Anschluss an die oberen Tabellenplätze gelingen. "Ziel soll einfach weiter sein, oben mehr anzuschließen", betont Wagner, räumt aber zugleich ein, dass Eupen in der laufenden Saison "dumm Punkte liegen lassen" habe - insbesondere gegen direkte Konkurrenten. Entscheidend sei daher nicht nur die Qualität externer Neuzugänge, sondern vor allem die Weiterentwicklung des bestehenden Kaders und regionaler Spieler.
Die aktuelle sportliche Lage bleibt angespannt, auch weil das komplexe Play-down-System mehrere Szenarien im Abstiegskampf offenlässt. Für Wagner ist dennoch klar: "Wir wollen natürlich auch in dieser Superhandball League bleiben." Besonders wichtig sei es, Abstand zum letzten Tabellenplatz zu halten, der den direkten Abstieg bedeutet.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die fehlende Kontinuität auf der Trainerposition in den vergangenen Jahren. Hier setzt der Club auf einen langfristigeren Ansatz. "Wir hoffen natürlich, da auch eine gewisse Kontinuität reinzukriegen", sagt Wagner und verweist auf den Aufbau einer stabileren Struktur, auch durch eine engere Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft.
Mit der Verpflichtung von Cauwenberghs geht zudem ein strukturelles Umdenken einher: Erstmals wird die Mannschaft künftig viermal pro Woche trainieren. Für Wagner ist das ein notwendiger Schritt, um konkurrenzfähig zu bleiben. "Wir können da nicht darüber sprechen, oben anzuschließen, aber das Ganze mit einem Training weniger zu machen."
Trotz dieser Entwicklung betont der Präsident die Identität des Vereins: "Wir werden ein Amateurverein bleiben." Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass die Anforderungen in der Liga steigen. "Da bleibt noch einiges zu tun."
Radio-Interview mit KTSV-Präsident Marc Wagner im Player:
Christophe Ramjoie