Vor lautstarker Kulisse mit guter Stimmung auf beiden Seiten übernahm St. Vith von Beginn an die Kontrolle und drängte Amel früh tief in die eigene Hälfte. Bereits in der sechsten Minute wurde es gefährlich, als ein Ball über rechts scharf in die Mitte kam – Amel klärte in letzter Sekunde.
In der Folge schnürten die Gäste den Gegner ein und brachten zahlreiche Flanken in den Strafraum, doch zunächst fehlte die Präzision im Abschluss. Die beste Phase hatte St. Vith Mitte der ersten Halbzeit: Frère setzte sich links durch, schloss knapp vorbei ab (25.), ehe Lauwers aus 15 Metern nur den Pfosten traf (26.).
Amel hielt defensiv lange gut dagegen und kam nach knapp einer halben Stunde selbst zur ersten Chance, als Faymonville über links durchbrach, sein Abschluss aber im letzten Moment noch geblockt wurde (29.).
Kurz vor der Pause fiel dann die verdiente Führung für St. Vith: Lauwers brachte eine präzise Flanke von rechts, Mulkin setzte sich im Strafraum durch und köpfte gegen die Laufrichtung von Regnier ein (0:1, 41.).

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Amel deutlich mutiger und kam direkt zu guten Möglichkeiten. Der eingewechselte Roderburg marschierte über rechts in den Strafraum und legte quer auf den ebenfalls eingewechselten Heinen, der knapp verpasste (48.). Nur eine Minute später scheiterte Ndofunsu aus kurzer Distanz am Torwart (49.).
In dieser Phase war Amel klar besser im Spiel, ließ aber die nötige Effizienz vermissen. Mit zunehmender Spielzeit flachte die Partie ab. St. Vith kontrollierte wieder mehr, blieb aber offensiv überschaubar. Lauwers prüfte den Torwart noch einmal (69.), während Aksu auf der Gegenseite nach starkem Pass von Roderburg mit einem Lupfer knapp scheiterte (71.).
In der Nachspielzeit sah Heinen nach einer Notbremse gegen Lauwers die Rote Karte (90.+3). Am Ende steht mit St. Vith der verdiente Sieger in einem intensiven, aber fairen Spiel.
Im Anschluss betonte St. Viths Kapitän Markus Klauser, man wolle "weiter auf sich schauen", dann werde sich zeigen, ob es noch für die Meisterschaft reiche. Auf Ameler Seite stand weniger das Ergebnis im Fokus. Für Kapitän Emil Hilgers geht es in den verbleibenden Spielen vor allem darum, jungen Spielern Einsatzzeit und Erfahrung zu geben.
Radio-Interviews mit Markus Klauser (St. Vith) und Emil Hilgers (Amel) im Player:
Sören Sierck