Drei Veränderungen nahm die AS Eupen im Vergleich zum knappen 1:0-Erfolg aus der Vorwoche vor: Nicolas Gavory, Isaac Nuhu und Kevin Möhwald rückten für Scott Kennedy, Nathan Bitumazala und Amadou Keita in die Startelf.
Die Partie begann verhalten, beide Teams tasteten sich zunächst ab. Doch dann setzte Eupen das erste Ausrufezeichen: Kevin Möhwald zog ab – ein strammer Versuch, den Seraing-Keeper Nick Gillekens mit Mühe zur Ecke klärte.
Trotzdem tat sich Eupen schwer. Seraing wirkte mutiger, bissiger – und kam immer wieder gefährlich vor das Eupener Tor. In der 18. Minute stockte den Heimfans der Atem: Mathieu Mullaert tauchte frei vor Marco Hiller auf, doch der Eupener Schlussmann blieb cool und verhinderte mit einer starken Parade den möglichen Rückstand.
Ein früher Rückschlag folgte in der 27. Minute: Igor Plastun musste angeschlagen vom Feld – für ihn kam Scott Kennedy ins Spiel. Der Spielfluss litt, viele Ungenauigkeiten prägten das Geschehen. Es war kein Spiel für Fußball-Feinschmecker. Erst kurz vor der Pause zeigte Eupen wieder etwas Leben. Mit schnellen Nadelstichen versuchten die Gastgeber, doch noch Gefahr zu erzeugen. In der Nachspielzeit hatte Kikas die beste Chance, setzte den Ball jedoch über das Tor. So blieb es bei einer zähen, ereignisarmen ersten Halbzeit – und einem torlosen 0:0 zur Pause, das die Fans eher ratlos als begeistert zurückließ.
Zur zweiten Halbzeit reagierte die AS Eupen und brachte frischen Wind: Für Oriol Busquets kam Gabriel Bares ins Spiel. Doch der Start in die zweiten 45 Minuten hatte es in sich – und Eupen hatte Glück. In der 50. Minute jubelten die Gäste bereits, als Akpa-Chukwu per Kopf traf. Doch der Treffer zählte nicht – ein Aufatmen ging durch das Stadion.
Seraing mit den besseren Chancen
Eupen versuchte zu antworten: Nicolas Gavory kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch erneut war Endstation bei Seraings Schlussmann, der zur Ecke klärte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – allerdings mit gefährlichen Momenten vor allem für die Gastgeber. So entwischte Ba im Gegenzug der Eupener Defensive, doch Marco Hiller rettete in höchster Not und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand.
Die Unsicherheit in der Eupener Hintermannschaft war unübersehbar. Viele Aktionen wirkten zögerlich, das Spiel blieb über weite Strecken statisch. Von den Rängen hinter dem Tor hallte es lautstark: „Bewegt euch!“ – ein klares Zeichen der Unzufriedenheit.
Trainer und Team suchten nach Lösungen, reagierten mit einem Doppelwechsel: Amadou Keita und Lorenzo Youndje ersetzten Kevin Möhwald und Nicolas Gavory. Doch Eupen tat sich weiterhin enorm schwer, gegen die tief stehenden Gäste kreative Ideen zu entwickeln.
In der Schlussphase setzte man alles auf eine Karte: Zakaria Atteri kam in der 83. Minute für Bertan Caliskan – Eupen nun mit zwei Stürmern auf dem Platz.
Doch die größte Chance auf den Siegtreffer hatten die Gäste: Kebe tauchte plötzlich gefährlich vor dem Tor auf, doch erneut war es Hiller, der blitzschnell abtauchte und den Super-Gau für Eupen verhinderte.
Seraing drückte in den letzten Minuten, schnürte Eupen phasenweise ein. Die Verunsicherung war den Gastgebern deutlich anzumerken – jeder Ballverlust sorgte für Unruhe, jeder Angriff der Gäste für neue Nervosität auf und neben dem Platz. Letztlich blieb es aber beim torlosen Unentschieden.
Schlussmann Hiller: "Es fehlten die Ideen"
Marco Hiller fand nach dem torlosen Remis klare Worte: "Man hat heute nicht wirklich gesehen, dass wir diesen Sieg unbedingt wollten." Gleichzeitig verwies der Eupener Schlussmann aber auch auf die ordentliche Form der letzten Wochen: "Ich glaube, in den letzten fünf Spielen haben wir zwölf Punkte geholt."
Vor allem gegen den tief stehenden Gegner habe seine Mannschaft große Probleme gehabt: "Wir hatten nicht viele Ideen und sind selten gefährlich vors Tor gekommen."
Die aktuelle Tabellensituation bezeichnete Hiller als "verrückt": "Trotz der schwankenden Leistungen haben wir immer noch die Chance auf die Play-offs." Gleichzeitig ärgere es ihn, "weil man sieht, dass es mit mehr Konstanz einfacher möglich gewesen wäre."
Mit Blick auf die entscheidende Saisonphase machte Hiller die Zielsetzung deutlich: "Es muss unser Anspruch sein, in den letzten Spielen möglichst viele Punkte zu holen." Eine Siegesserie sei nun gefragt – "ieben oder neun Punkte, dann schauen wir, was noch möglich ist."
Nach der Länderspielpause geht es für die AS Eupen am 4. April weiter mit einem Auswärtsspiel bei Club NXT.
Christophe Ramjoie