Am Freitagabend wartet mit RFC Seraing allerdings eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Gastgeber treffen auf ein Team im Aufwind, das sich nach einem Trainerwechsel stabilisiert hat und mit Selbstvertrauen antritt. Für Eupen ist es der nächste Schritt in Richtung eines möglichen Endspiels am letzten Spieltag – ausgerechnet beim RFC Lüttich.
Trainer Bruno Pinheiro bleibt trotz der Drucksituation bemerkenswert ruhig und fokussiert. Intern war der Glaube an die Playoffs nie verschwunden, auch nicht in schwierigeren Phasen der Saison. "Es ist möglich. Wir werden sehen. Wir hängen nur von uns selbst ab", betont der Coach. Seine Mannschaft habe bislang ihr Maximum gegeben – und genau das sei auch jetzt gefragt. "Wir werden unser Bestes geben wie bisher und hoffen, dass wir auch das nötige Glück haben, um endlich mehrere Siege in Folge zu schaffen."
Denn genau darin liegt bislang das größte Manko der Eupener: Konstanz. "Wir haben es noch nicht geschafft, mehrere Siege hintereinander zu holen. Jetzt wollen wir das ändern", so Pinheiro. Die Rechnung ist einfach – und ambitioniert: "Vier Siege wären gut. Aber sechs, acht oder zehn – das wäre perfekt."
Mit Blick auf den Gegner warnt der Portugiese jedoch vor zu viel Euphorie. Seraing sei eine Mannschaft, die aktuell mit breiter Brust auftrete. "Sie haben mehrere Spiele gewonnen, Tore erzielt und auch zu null gespielt. Wir werden auf ein sehr motiviertes Team treffen." Entsprechend erwartet er ein enges Spiel. "Es wird wie so oft ein ausgeglichenes Duell. Aber ich glaube daran, dass wir am Ende gewinnen können."
Personell muss Eupen zwar auf wieder einige Spieler verzichten, doch Ausreden lässt Pinheiro nicht gelten. "Egal wann wir spielen – wir müssen immer bereit sein zu gewinnen." Nach einer intensiven Phase zeigte er sich dennoch zufrieden mit der körperlichen Verfassung seiner Mannschaft, die "sehr gut auf die Belastung reagiert" habe.
In der entscheidenden Saisonphase zählt für den Trainer ohnehin nur das Resultat: "Ich will nicht wissen, ob wir gut oder schlecht spielen. Jetzt geht es nur darum zu gewinnen." Die Marschroute ist eindeutig: Punkte sammeln – egal wie.
Auch Nicolas Gavory stellt sich auf ein schwieriges Spiel ein. Gegen ein kampfstarkes Seraing werde es darauf ankommen, die richtige Einstellung zu zeigen. "Es wird kompliziert, sie kämpfen um ihre Ziele. Wir müssen bereit sein, alles zu geben."
Schützenhilfe im Aufstiegsrennen könnte unterdessen von SK Beveren kommen. Dort stellte Christian Brüls bereits in Aussicht, dass Eupen auf Unterstützung hoffen darf. Doch auch hier bleibt Pinheiro seiner Linie treu: Der Fokus liegt ausschließlich auf der eigenen Leistung. "Ich hoffe, dass Beveren alle Spiele gewinnt. Aber noch wichtiger ist, dass wir unsere vier Spiele gewinnen."
Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt Eupen seine verbleibenden vier Partien, sind die Play-offs erreicht. Der Jäger aus Eupen ist bereit. Jetzt liegt es an ihm, zuzuschlagen.
Christophe Ramjoie