Vier Wechsel gab es auf Seiten der AS Eupen im Vergleich zur 0:1-Niederlage vom letzten Dienstag gegen den SK Lierse. Bokadi, Nuhu und Bares mussten ihren Platz für Plastun, Bitumazala und Busquets räumen. Kevin Möhwald hatte sich im Lierse-Spiel an der Hüfte verletzt, für ihn stand Amadou Keita auf dem Rasen.
In Deinze, der Heimstätte der RSCA Futures, benötigte das Spiel etwas Anlaufzeit. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde leistete sich Busquets einen Ballverlust im Spielaufbau, der beinahe verhängnisvoll für die Ostbelgier geworden wäre. Hiller konnte Pape Ndaos Schuss mit der rechten Hand parieren. Knapp zwei Minuten später war Hiller beim Schuss des Anderlechter Kapitäns Anas Tajouart erneut gefordert. Der Deutsche klärte zur Ecke.
Die Ostbelgier taten sich bis zur 23. Minute schwer, ehe Mark Müller nach einem starken Doppelpass mit Caliskan von links und mit links zum 1:0 für die Eupener ins lange Eck einnetzte. Es war der erste Treffer des deutschen Mittelfeldakteurs in dieser Saison. Kurz darauf war Hiller erneut gefordert.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde wurde Eupen erneut in der Offensive gefährlich, doch der Abschluss von Kikas fiel zu schwach aus. Die Chance auf das 2:0 war damit vertan. Bis zur Pause tat sich nicht mehr viel. Somit ging es mit der knappen Führung der Ostbelgier in die Pause.
Auf Seiten der Gastgeber gab es einen Wechsel: Alexis Flips kam für Kapitän Anas Tajouart. Die Anderlechter hatten die erste Möglichkeit nach etwas mehr als vier Minuten im zweiten Durchgang. Terry Van De Ven setzte seinen Kopfball über das Tor der Gäste.
Hiller verteidigt Führung
Hiller war in der 60. Minute gleich dreifach gefordert, um den Ausgleich zu verhindern. Die Anderlechter wurden zunehmend stärker. Rund zwei Minuten später streifte Ndaos Schuss die Latte des Eupener Tores.
Bruno Pinheiro reagierte auf den zunehmenden Druck der Hausherren mit einem Doppelwechsel: Für Bitumazala kam Isaac Nuhu, für Kennedy der wiedergenesene Nicolas Gavory. Der Druck der Gastgeber ebbte daraufhin etwas ab.
Eupen verwaltete den Vorsprung und hatte in der 71. Minute seine erste Chance im zweiten Durchgang. Mark Müller verlangte dem Anderlechter Schlussmann mit seinem Schuss alles ab. Kurz darauf die nächste Szene der Eupener: Nuhu ließ das 2:0 aus kurzer Distanz liegen. Der Ghanaer traf den Ball nicht richtig.
Die Anderlechter blieben gefährlich. Sekes Schuss parierte Hiller erneut. Eupens Antwort folgte in der 79. Minute: Nach einem Freistoß von Nuhu köpfte Eupens Kapitän Paeshuyse den Ball links neben das Tor. Kurz darauf feierte Zakaria Atteri nach seiner disziplinarischen Maßnahme sein Comeback. Caliskan musste dafür vom Platz. Die Chancen hatten aber nach wie vor die Anderlechter.
Für die Schlussphase kamen auf Eupener Seite noch Kasper und Zague für Kikas und Van Genechten. Es blieb beim knappen 1:0-Erfolg der Ostbelgier. Durch den dritten 1:0-Erfolg des Jahres verkürzen die Eupener den Rückstand auf die Play-off-Plätze bei noch vier ausstehenden Spielen vorläufig auf zwei Punkte.
Torschütze Müller zufrieden und erleichtert
Mark Müller zeigte sich nach dem 1:0-Erfolg zufrieden mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft. Der Mittelfeldspieler ordnete den knappen Auswärtssieg als hart erarbeiteten Erfolg ein und betonte, dass es wichtig sei, auch solche engen Spiele zu gewinnen, weil das den Charakter des Teams zeige.
Über sein erstes Saisontor zeigte sich Müller erleichtert. Für ihn sei es ein besonderes Gefühl, endlich getroffen zu haben – genau dafür spiele man schließlich Fußball.
Dass Eupen nach der Pause stärker unter Druck geriet, habe ihn jedoch nicht nervös gemacht. Zwar könne im Fußball immer etwas passieren, doch die Mannschaft habe konzentriert verteidigt und es geschafft, die Null zu halten.
Am kommenden Freitag geht es für die AS im Kehrwegstadion gegen den RFC Seraing.
Christophe Ramjoie