Gerade an Konstanz mangelte es zuletzt erneut. Beim Rückschlag gegen Lierse führten vor allem individuelle Fehler zu der inzwischen achten Saisonniederlage. Trainer Bruno Pinheiro sprach nach der Partie von einer schwer erklärbaren Spielzeit. "Es ist für mich eine sehr seltsame Saison als Trainer, weil wir viele Punkte auf unerklärliche Weise verloren haben", sagte der Portugiese. Besonders die starken Schwankungen im Spiel seiner Mannschaft beschäftigen ihn.
Dabei sah Pinheiro seine Mannschaft über weite Strecken nicht unterlegen. "Solange wir elf gegen elf gespielt haben, waren sie meiner Meinung nach nicht besser als wir", erklärte er. Eupen habe sogar einige Aspekte des Spiels kontrolliert. "Wir sind relativ leicht bis ins letzte Drittel gekommen und haben defensiv vieles gut kontrolliert."
Doch erneut reichte ein Moment der Unachtsamkeit, um das Spiel aus der Hand zu geben. "Wir haben ein Gegentor bekommen und danach ist es uns nicht gelungen, zurückzukommen. Die rote Karte hat uns natürlich auch überhaupt nicht geholfen."
Besonders das entscheidende Tor kurz vor Schluss bleibt für den Coach rätselhaft. "Ich mag es nicht, von Pech zu sprechen, aber ich habe wirklich keine Erklärung. Wenn ich eine hätte, wäre es vielleicht einfacher."
Vor dem nächsten Spiel gegen die RSCA Futures kann Eupen zumindest teilweise aufatmen. Merveille Bokadi ist nach seiner roten Karte noch nicht für die kommende Partie gesperrt. Seine Sperre tritt erst im darauffolgenden Spiel gegen den RFC Seraing in Kraft.
Die Anderlechter Nachwuchsmannschaft gilt zudem als unangenehmer Gegner. Die RSCA Futures haben in diesem Jahr bereits drei Siege gefeiert - einen mehr als Eupen - und zuletzt sogar gegen Patro Eisden Maasmechelen gepunktet. Pinheiro erwartet daher eine anspruchsvolle Aufgabe. "Diese U23-Teams sind technisch sehr stark mit dem Ball, sie haben viel Bewegung im Spiel und keinen großen Ergebnisdruck. Es ist sehr schwer, ihnen den Ball abzunehmen." Dennoch will Eupen seiner Spielidee treu bleiben. "Wir versuchen immer, dem Gegner den Ball abzunehmen und selbst mehr Ballbesitz zu haben. Das wird schwierig, aber ich denke, dass wir das schaffen können."
Während Eupen noch um die Play-offs kämpft, steht der große Gewinner der Saison bereits fest: SK Beveren hat sich vorzeitig den Meistertitel gesichert. Für Pinheiro ist das ein Beispiel dafür, dass erfolgreiche Projekte Zeit brauchen. "Man muss ihnen gratulieren. Sie waren beeindruckend. Aber solche Projekte brauchen Zeit. Beveren hat fünf Jahre darauf gewartet, eine Saison wie diese zu spielen."
Eupen befindet sich erst im zweiten Jahr nach dem Abstieg aus der ersten Liga. Der Trainer glaubt, dass auch hier Geduld gefragt ist. "Wenn man viele Spieler und den Trainerstab wechselt, ist es nicht normal, sofort aufzusteigen. Dinge brauchen Zeit."
Trotz der erneuten Enttäuschung bleibt die Zielsetzung, dass die AS bis zum letzten Spieltag um die Play-offs kämpfen möchte. "Es wird schwierig, aber mathematisch ist es noch möglich. Wir werden weiterarbeiten. Ich hoffe, dass unsere Gegner Punkte verlieren und dass wir selbst mehr Punkte holen." Solange es mathematisch möglich ist, möchte die Mannschaft alles daran setzen, das Ziel Play-offs zu erreichen. Ansonsten ist halt ein weiteres Jahr Geduld gefragt, um das Projekt Rückkehr in die 1. Division A in Angriff zu nehmen
Christophe Ramjoie