"Die letzte Studie stammt aus dem Jahr 2016. Seitdem sind zehn Jahre vergangen und wir brauchen neues Material und neue Daten, um unsere Analysen auch korrekt für die Zukunft aufbauen zu können", erklärt Sportminister Gregor Freches.
Sport spielt in Ostbelgien eine wichtige Rolle: Rund 24.000 Menschen sind in Vereinen aktiv. Gleichzeitig betreiben immer mehr Menschen Sport außerhalb von Vereinen - etwa individuell oder in der Natur. Genau diese Entwicklungen will die Studie genauer untersuchen.
Neben dem Sportverhalten geht es auch um Fragen der Infrastruktur. Bevor in neue Sportanlagen investiert werde, wolle man zunächst genau wissen, wo tatsächlich Bedarf besteht. "Wir wollen Entscheidungen auf Daten und Fakten stützen", betont Freches.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zukunft der Vereine. Viele Clubs stehen vor Herausforderungen, etwa bei der Nachwuchsgewinnung oder bei der Suche nach Ehrenamtlichen. Gleichzeitig soll der Sport in Zukunft noch stärker alle Altersgruppen ansprechen. Ein besonderes Augenmerk liege außerdem auf Mädchen und Frauen: "Wir wollen mehr Mädchen und Frauen in den Sport bringen und sie auch stärker in Verantwortung in den Vereinen bringen."
Die Studie wird vom Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) durchgeführt. Projektleiter ist Stefan Henn. Das Institut verfügt über internationale Erfahrung und hat unter anderem bereits Sportentwicklungspläne in anderen Regionen erstellt. "Die Studie ist sehr breit aufgestellt und soll ein umfassendes Bild von Sport und Bewegung in Ostbelgien liefern", erklärt Henn. Dabei werde das gesamte Sportsystem betrachtet - vom organisierten Vereinssport bis zu selbstorganisierten Aktivitäten.
Zu den ersten Schritten gehört eine Bestandsaufnahme aller Sportstätten und Bewegungsräume in Ostbelgien. Anschließend folgen mehrere Befragungen - unter anderem von Vereinen, Sportverbänden, Gemeinden sowie Kindern und Jugendlichen. "Wir wollen zielgerichtet und methodisch vorgehen und die Bedarfe unterschiedlicher Nutzergruppen analysieren", so Henn. Auch Vergleiche mit der Studie von 2016 sollen zeigen, wie sich der Sport in den vergangenen zehn Jahren verändert hat.
Ein Trend zeichne sich bereits international ab: Immer mehr Menschen organisieren ihren Sport flexibel und individuell. "Flexible Trainingszeiten, Sport in der freien Natur oder auch Mitgliedschaften in mehreren Vereinen gleichzeitig - das sind Entwicklungen, die wir europaweit beobachten", erklärt Henn.
Neben Befragungen sind auch regionale Workshops geplant. Insgesamt sollen vier Workshops stattfinden, bei denen Vertreter aus Sport, Politik und Gemeinden gemeinsam über die Ergebnisse und mögliche Maßnahmen diskutieren. Am Ende der Studie steht ein Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen - sowohl für die Politik als auch für Gemeinden, Verbände und Vereine.
"Unser Ziel ist es, den Sport und die Bewegung in Ostbelgien nachhaltig zu stärken", sagt Freches. "Die Studie soll eine Grundlage für politische Entscheidungen und eine strategische Planung bis 2040 liefern." Für die Analyse stellt die Deutschsprachige Gemeinschaft rund 70.000 Euro bereit.
Christophe Ramjoie
James Dean……denn sie wissen nicht, was sie tun
Ich denke das die DG sehr gut mit allerlei Sportvereine bestückt ist,und diese bestimmt keine Handlungsempfehlung der Politik brauchen.Wobei die Politik scheinbar eine Daseinsberechtigung braucht.