Die AS begann im Vergleich zum 4:0-Heimerfolg vom vergangenen Freitag mit einer unveränderten Startelf. Wie erwartet nahmen die wiedergenesenen Lorenzo Youndje und Yoram Zague zunächst auf der Bank Platz.
Nach einem ersten Schuss von Nuhu geriet Eupen nach einem Missverständnis zwischen Hiller und Bokadi in Rückstand. Hiller hatte einen Rückpass seines Vordermanns offenbar nicht erwartet, sodass der Ball schließlich gemütlich ins eigene Tor kullerte – ein Treffer mit deutlicher Slapstick-Qualität.

Für Aufregung sorgte nach einer Viertelstunde ein hartes Einsteigen von Lierses Hugo Masaki gegen Caliskan. Der Schiedsrichter verzichtete jedoch auf eine Verwarnung für den Lierse-Spieler. Eine Rote Karte wäre hier durchaus die korrekte Entscheidung gewesen. Caliskan konnte nach kurzer Behandlung weiterspielen.
Eupen brauchte einige Zeit, um ins Spiel zu kommen. In der 25. Minute hatte Nuhu nach Vorarbeit über die rechte Seite eine gute Abschlussmöglichkeit, doch ausgerechnet das Gesäß von Kikas war im Weg und verhinderte den möglichen Ausgleich. Lierse versuchte bereits früh, Zeit von der Uhr zu nehmen. In der 36. Minute wurde Eupen offensiv wieder gefährlich, doch der Abschluss von Kikas ging deutlich über das Tor.
Glück für die Gastgeber dann in der 38. Minute: Der Treffer von Toni Boncina zum vermeintlichen 0:2 wurde vom Schiedsrichtergespann wegen Abseits aberkannt. In der 40. Minute nahm Möhwald Tempo auf und spielte einen öffnenden Pass auf Kennedy, dessen Flanke zwar in Richtung Tor segelte, letztlich aber am Kasten vorbeiging.
In der ersten Minute der Nachspielzeit verstolperte Bokadi nach einem schlechten Zuspiel von Van Genechten den Ball. Sein anschließendes Einsteigen wertete der Schiedsrichter als Notbremse. Der Pechvogel des Abends musste mit Rot vom Platz. Eupen musste damit die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten.

Zur zweiten Halbzeit nahm Eupen einen Wechsel vor: Scott Kennedy blieb in der Kabine, für ihn kam Igor Plastun ins Spiel. Nach einem Foul an Mark Müller erhielt die AS einen Freistoß von der linken Strafraumseite. Nuhus Schuss wurde jedoch vom Lierse-Keeper Vroman mit den Fäusten geklärt. Glück für Eupen dann in der 52. Minute: Alexandre Stanic köpfte den Ball freistehend rechts neben das Eupener Tor.
Nach knapp einer Stunde hatte Kikas den Ausgleich auf dem Fuß, doch die Fingerspitzen von Vroman lenkten den Ball noch zur Ecke. Kurz darauf reagierte Eupens Trainer Pinheiro mit einem Dreifachwechsel: Keita, Youndje und Bitumazala ersetzten Caliskan, Müller und Bares.
In der 67. Minute wurde ein Schuss von Möhwald zunächst geblockt, der Nachschuss ging anschließend über das Tor. Eine Minute später verhinderte Hiller mit einer starken Parade gegen Masaki die Vorentscheidung. Lierse kam weiterhin zu Möglichkeiten, ließ jedoch mehrere Chancen ungenutzt.
In der 90. Minute musste Youndje nach seiner zweiten Gelben Karte ebenfalls vom Platz. Eupen beendete die Partie damit nur noch zu neunt. An der achten Saisonniederlage änderte sich jedoch nichts mehr.
Nach der 0:1-Niederlage der AS Eupen gegen SK Lierse äußerte sich Torwart Marco Hiller enttäuscht über die eigene Leistung: "Es ist eigentlich schwer zu erklären. Vielleicht haben wir gedacht, nach dem guten Spiel reicht es heute auch mit 2 % weniger. Wir sind gut, aber so gut sind wir eben nicht – und das wurde uns heute gezeigt", so Hiller.
Trotz der Niederlage hält er die Play-off-Chancen der Mannschaft weiterhin für realistisch: "Wir müssen auf jeden Fall ein anderes Gesicht zeigen, sonst hätten wir es am Ende auch nicht verdient."
Am Freitag geht es für Eupen in Deinze gegen die RSCA Futures.
Christophe Ramjoie