Der klare Sieg gegen Jong Gent war nicht nur offensiv ein Ausrufezeichen. Defensiv präsentierten sich die Schwarz-Weißen so stabil wie selten in dieser Saison. Gleichzeitig funktionierte auch der Angriff: Kikas traf dreimal, Daniel Kasper steuerte einen weiteren Treffer bei.
"So ein Spiel gibt natürlich Selbstvertrauen. Und das ist mit das Wichtigste im Fußball", sagt Mittelfeldspieler Mark Müller. "Darauf kann man aufbauen. Jetzt dürfen wir nicht weniger machen – einfach daran anknüpfen, den Flow mitnehmen, dann kann man schon ordentlich was holen."
Für Müller selbst läuft es sportlich zuletzt ebenfalls immer besser. Der Mittelfeldspieler war ursprünglich als Ergänzungsspieler verpflichtet worden, hat sich aber zunehmend in den Vordergrund gespielt. "Ich wusste schon, dass wir eine große Konkurrenz auf meiner Position haben. Aber ich habe hier nicht unterschrieben, um zu sagen: Ich bin dritte Wahl. Als Fußballspieler hat man immer das Ziel zu spielen. Man muss Gas geben, 100 Prozent geben – und irgendwann wird es belohnt."
Zuletzt sammelte er wichtige Scorerpunkte und tankte dadurch zusätzlich Selbstvertrauen. "Das war eines der besten Gefühle, seit ich hier bin. Da nimmt man viel Selbstvertrauen mit."
Der deutliche Sieg gegen Jong Gent könnte für Eupen ein Wendepunkt im Jahr 2026 sein, nachdem der Start ins neue Jahr eher holprig verlaufen war. Müller mahnt jedoch, dass der Weg noch weit ist. "Wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir müssen punkten, das ist klar. Wenn wir unsere Punkte holen, dann geht da noch was. Die Teams über uns haben auch ein hartes Restprogramm. Deswegen müssen wir zuerst auf uns schauen."
Personell gibt es für Trainer Pinheiro wenig Grund, die Startelf nach dem überzeugenden Auftritt groß umzubauen. Der Disput zwischen Stürmer Zakaria Atteri und dem Trainer ist inzwischen beigelegt. Atteri habe laut Verein "seine Lektion gelernt".
Zudem kehren Lorenzo Youndje und Yoram Zague nach ihren Blessuren in den Kader zurück. Beide sind allerdings wohl noch keine Option für einen Einsatz über die vollen 90 Minuten.
Christophe Ramjoie