Trotz einiger verpasster Chancen sieht Pascal Langer klare Fortschritte in der Entwicklung seiner Athleten. "Insgesamt kann man wirklich sagen, wir sind zufrieden mit den Leistungen", erklärt Langer nach der Rückkehr aus Bayern. Gleichzeitig betont er, dass im Biathlon traditionell immer noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. "Wie so oft im Biathlon ist noch irgendwo Luft nach oben – sowohl im Schießen als auch im Läuferischen. Daran wollen wir in den nächsten Jahren arbeiten."
Auffällig war bei den belgischen Nachwuchsbiathleten vor allem eine Verbesserung auf der Loipe, während das Schießen nicht immer wie gewünscht funktionierte. Ein Muster, das auch bei der belgischen A-Nationalmannschaft zu beobachten war. Langer sieht die Entwicklung dennoch positiv und verweist auf die gezielte Arbeit im Training: "Wir haben in dieser Saison den Fokus ganz bewusst auf die Weiterentwicklung im Schießen gelegt. Dafür haben wir auch viel Lob von großen Nationen wie Finnland, Österreich, Deutschland und der Schweiz bekommen. Technisch sehen sie unsere Athleten schon auf einem sehr guten Niveau".
Das Ziel für die kommende Saison sei nun, im läuferischen Bereich den nächsten Schritt zu machen, ohne das Schießen zu vernachlässigen. "Natürlich wollen wir auch dort weiter stabiler werden", sagt Langer. Besonders in der Staffel habe sich gezeigt, dass zu viele Fehler schnell ein gutes Ergebnis kosten können: "Da haben wir leider zu viele Fehler und Strafrunden geschossen".
Starke Leistung von Marisa Emonts
Für das beste belgische Ergebnis sorgte Marisa Emonts mit Platz 13 im Sprint. Vor allem ihre starke Leistung am Schießstand überzeugte den Trainer. "Marisa ist am Schießstand sehr stabil. Wenn man im Sprint die Nadel im Heuhaufen sucht, dann vielleicht die Geschwindigkeit am Schießstand – da können wir noch etwas aufholen." Gleichzeitig betont Langer, dass die Balance zwischen Tempo und Präzision entscheidend bleibt.
Nach einer schwierigen Phase zu Beginn der Saison ist der Trainer vor allem froh, dass Emonts verletzungsfrei geblieben ist. "Der 13. Platz ist eine Top-Leistung, und auch ihre anderen Ergebnisse lagen immer um Platz 20." Die langfristige Perspektive stimmt ihn optimistisch: "Sie hat uns bestätigt, dass sie bis 2030 weitermachen will. Wenn sie läuferisch zehn bis 15 Sekunden aufholen kann, sollte in zwei Jahren vielleicht schon eine Verfolgung im Weltcup möglich sein".
Sam Parmentier mit großem Potential
Auch Sam Parmentier sieht Langer als großes Talent. Zwar fehlte ihm bei dieser WM teilweise die Lockerheit am Schießstand, die er aus Weltcup-Staffeln kennt, doch läuferisch gehört er bereits zur internationalen Spitze seiner Altersklasse. "Läuferisch ist er einer der 20 besten Junioren der Welt und läuft wirklich mit den besten Deutschen und Franzosen mit", sagt der Trainer.
Sollte sich seine Schießleistung weiter stabilisieren, traut Langer ihm schon bald den nächsten Karriereschritt zu: "Wenn er das Schießen stabiler hinkriegt, kann man von ihm sicher erwarten, dass er vielleicht nächstes Jahr schon Richtung Top 60 im Weltcup unterwegs ist".
Zusammenarbeit mit Deutschland
Im Nachwuchsbereich setzt der belgische Verband bewusst auf eine Kooperation mit dem deutschen Biathlonverband – im Gegensatz zur A-Nationalmannschaft, die enger mit Frankreich zusammenarbeitet. Für Langer gibt es dafür mehrere Gründe: "Einerseits die sprachliche Nähe – unsere Jugend ist doch vermehrt deutschsprachig. Außerdem ist Deutschland geografisch näher. Zum Stützpunkt in Notschrei, wo Sam trainiert, sind es nur etwa fünf Stunden".
Auch sportlich passt die Zusammenarbeit aus seiner Sicht gut. "Ich denke, dass dort sehr gute Arbeit geleistet wird. Unsere Jugend ist läuferisch sehr nah an den Deutschen dran, und das Niveau passt gut zusammen."
Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich Langer optimistisch. Das große Ziel bleibt, sich Schritt für Schritt der Weltspitze anzunähern. "Die Weltspitze schläft natürlich nicht und entwickelt sich auch weiter. Aber unser Ziel muss es sein, so nah wie möglich heranzukommen."
Ausblick auf Olympia
Der nächste große Orientierungspunkt sind bereits die Olympischen Spiele in vier Jahren. "Wir denken jetzt schon wieder vier Jahre weiter", sagt Langer. "Auf jeden Fall wollen wir wieder mit beiden Staffeln am Start sein." Auch die sportlichen Ambitionen sind klar formuliert: "Eine Top-8-Platzierung sollte der Anspruch sein. Da sollten wir auch hinkommen".
Dabei könnte ein Teil der künftigen Olympiateilnehmer aus der eigenen Talentschmiede stammen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass in vier Jahren einige Athleten dabei sind, die den Biathlon hier in Elsenborn gelernt haben", sagt Langer. "Dann würde Ostbelgien wieder bei Olympia vertreten sein."
Radio-Interview mit Pascal Langer im Player:
Christophe Ramjoie

