Im Topduell der Handball-Frauen zwischen der KTSV Eupen und dem bislang ungeschlagenen HB Sint-Truiden entwickelte sich am Stockbergerweg eine intensive und temporeiche Partie – mit leichten Vorteilen für die Gäste vor der Pause.
Dabei erwischten die Limburgerinnen den besseren Start. Sint-Truiden traf in der Anfangsphase beinahe nach Belieben und setzte die Eupener Defensive früh unter Druck. Doch die Gastgeberinnen ließen sich nicht abschütteln und hielten den Anschluss.
Ein erster Wendepunkt folgte mit der Einwechslung von Torfrau Evita Willems. Mit mehreren Paraden brachte sie die bis dahin so treffsicheren Gäste aus dem Rhythmus. Das Spiel blieb nun ausgeglichen, auch wenn Sint-Truiden nach 17 Minuten wieder vorlegte – begünstigt durch Eupener Abschlussschwächen und konsequente Chancenverwertung auf der Gegenseite.
KTSV-Trainer Philipp Reinertz reagierte mit einer Auszeit – und fand die richtigen Worte: "Wir spielen ein gutes Handballspiel." Seine Mannschaft nahm die Botschaft an. Angeführt von großem Kampfgeist arbeitete sich Eupen zurück ins Spiel. Nach einem Treffer von Lynn Buerschaper durften die Hausherrinnen erstmals jubeln: 12:11 – die erste Führung des Abends.
Auch Liese Muziek, die zwischenzeitlich wieder zwischen den Pfosten stand, zeigte nun wichtige Paraden und stabilisierte die Defensive zusätzlich. Vom Siebenmeterpunkt bewies Eva Xhonneux Nervenstärke und erhöhte mit dem Nachwurf auf 13:11.
Doch der Tabellenführer zeigte sich unbeeindruckt. Sint-Truiden glich wieder aus, in der 26. Minute stand es 14:14 – wenig später wechselte die Führung erneut. Eupen kämpfte weiter, musste jedoch mit einem knappen 16:17-Rückstand in die Kabine gehen.
Der Start in die zweite Halbzeit verlief aus Eupener Sicht alles andere als optimal. Nach dem ersten Gegentreffer handelte sich Lynn Buerschaper eine Zwei-Minuten-Strafe ein – und die Gäste nutzten die Überzahl eiskalt aus. Zwei weitere Treffer folgten, sodass der Vorsprung der Limburgerinnen in den ersten vier Minuten nach dem Wiederanpfiff auf fünf Tore anwuchs (16:21).
Die KTSV Eupen fand kaum ein Durchkommen gegen die kompakte Abwehr von HB Sint-Truiden. Ganze acht Minuten dauerte es, ehe den Gastgeberinnen der erste Treffer im zweiten Durchgang gelang.
Zwar gaben sich die Eupenerinnen noch lange nicht geschlagen und versuchten, sich wieder heranzukämpfen, doch in den entscheidenden Momenten unterliefen immer wieder technische Fehler. Gute Möglichkeiten waren vorhanden, doch die nötige Konsequenz im Abschluss fehlte – und so blieb die erhoffte Aufholjagd aus. Am Ende musste sich die KTSV mit 26:33 geschlagen geben.
Christophe Ramjoie