Trainer Bruno Pinheiro blickt mit gemischten Gefühlen auf die spielfreie Woche zurück. "Es tut gut, eine Pause zu haben. Es tut gut zu gewinnen. Und es tut gut, mit einem Sieg in die Pause zu gehen. Manchmal unterbricht so eine Pause aber auch ein wenig den Rhythmus", erklärt der Coach. Nach dem Erfolg vor der Unterbrechung hätte er am liebsten direkt weitergespielt: "Ich kann nicht sagen, dass die Pause zum falschen Zeitpunkt kam. Aber wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich lieber weiter Spiele aneinandergereiht. Doch wir haben keine Wahl, also gibt es darüber nichts zu diskutieren."
Die zwei Wochen seien ruhig und konzentriert verlaufen. "Wir haben gut gearbeitet und einige Spieler zurückbekommen. Andere haben wir verloren, aber insgesamt lief alles normal und ruhig. Es gibt Gelassenheit, jeder weiß, was er zu tun hat. Wir versuchen immer, Perfektion zu erreichen, wenn das möglich ist."
Allerdings muss Eupen im Heimspiel auf drei Akteure verzichten. Logan Delaurier-Chaubet, der bereits zuletzt fehlte, fällt mit einer anderen Verletzung erneut aus. Hinzu kommen Kevin Möhwald und Nicolas Gavory. "Wir haben drei Spieler verloren", fasst Pinheiro zusammen. Positiv ist dagegen die Rückkehr von Isaac Nuhu und Zakaria Atteri.
Für besonderes Aufsehen sorgte in der letzten Woche hoher Besuch aus Paris. Nasser Al-Khelaïfi, Präsident von Paris Saint-Germain, erschien gemeinsam mit Sportdirektor Luis Campos in der Kabine. "Solche Besuche sind immer sehr eng getaktet. Wir haben kurz gesprochen, nichts Spezielles", so Pinheiro. Dennoch sei die Botschaft deutlich gewesen: "Das ist ein klares Zeichen. Die oberste Hierarchie kommt nach Eupen. Das zeigt, dass sie aufmerksam sind, mit dem Klub verbunden sind und das Projekt ernst nehmen. Sie sind nicht hier, um ein Spielzeug mehr zu haben."
Druck habe der Besuch nicht erzeugt - im Gegenteil. "Druck gehört zu unserem Job. Wenn man nicht bereit ist für Druck, kann man diesen Beruf nicht ausüben. Ich sehe das positiv. Für mich als Trainer ist das eine zusätzliche Motivation." Auch für die Spieler sei es ein wichtiges Signal gewesen, dass die Klubführung Präsenz zeigt.
Sportlich warnt Pinheiro vor Francs Borains. "Es ist eine defensiv sehr verfügbare Mannschaft. Offensiv sind sie sehr zielstrebig. Sie brauchen keine Einladung, um aufs Tor zu schießen." Besonders Distanzschüsse gehörten zu den Stärken des Gegners. Dennoch richtet der Trainer den Fokus vor allem auf die eigene Leistung: "Was mich am meisten beunruhigt, ist, wenn wir unsere Qualität nicht zeigen. Gewinnen oder verlieren kann man nicht komplett kontrollieren. Aber wie wir auftreten, wie wir spielen - das hängt von uns ab."
Im Play-off-Rennen bleibt Eupen auf Schützenhilfe angewiesen, doch der Glaube ist da. "Wir hängen im Moment nicht nur von uns selbst ab. Aber solange es Hoffnung gibt und es mathematisch möglich ist, wollen wir es schaffen." Entscheidend sei nun eine Serie: "Das Beste wäre, jetzt mehrere Siege hintereinander einzufahren. Dafür arbeiten wir." Und so geht Pinheiro mit Zuversicht in die Partie: „Ich bin immer optimistisch - sonst würde ich hier nichts machen."
Christophe Ramjoie