Erst nach dreieinhalb Minuten gelang den Eupenern im Sportpark Lakerveld ein eigener Treffer - fünf Minuten später lagen sie schon mit 1:7 im Hintertreffen. Während die Gastgeber praktisch aus jeder Lage trafen, war es bei Eupen genau umgekehrt, unter anderem wegen des gut aufgelegten Pieter Schruers im Tor von Houthalen.
Und wenn Eupen dann doch mal ein Treffer gelang, gab es im Gegenstoß gleich den nächsten Dämpfer. "Wir haben in der ersten Halbzeit vier Empty-Goals kassiert. Auch total verschlafen", sagt Eupens Co-Trainer Damian Kedziora. "Wir wissen, wenn wir mit einem Feldspieler mehr spielen, dass wir eigentlich auf der Bankseite zurücklaufen müssen. Aber viermal hat es da hinten bei uns geklingelt."
Gegen Ende der ersten Spielhälfte zogen die Limburger auf 21:10 davon. Bis zur Pause konnte die KTSV immerhin noch zwei Tore gut machen.
Wer nun erwartet hatte, dass die Truppe von David L'Hoest mit einer anderen Einstellung aus der Kabine kam, sah sich getäuscht: Der Rückstand betrug zwischenzeitlich 14 Punkte. Erst in den Schlussminuten gelang den Eupenern Ergebniskosmetik, weil Houthalen am Ende einen Gang herausnahm und Eupen in den Schlussminuten sechs Treffer aufholte.
"Es war, ich will nicht sagen, ein Offenbarungseid, aber lustlos", bilanzierte Damian Kedziora, "wenig Charakter, wenig Kampfkraft. Wobei es eigentlich keine Überraschung ist, dass Haut zu Hause ganz anders spielt als auswärts. Aber wir waren trotzdem überrascht. Und das geht auf diesem Niveau eigentlich nicht."
Nun stehen in einer englischen Woche gleich zwei Heimspiele auf dem Programm: am Mittwoch gegen Visé und am kommenden Samstag gegen Volendam. "Also da haben wir jetzt die Möglichkeit, ein anderes Gesicht zu zeigen", hofft Damian Kedziora. "Das wird noch schwieriger, glaube ich als heute, weil die Mannschaft sich jetzt aufrappeln muss, aber auch eine Reaktion zeigen muss."
Radio-Interview mit Damian Kedziora im Player:
Stephan Pesch