"Ich habe es auf jeden Fall schon genossen. Australien ist sehr schön, vor allem war es seit dem Sommer sehr warm - und die Landschaft an sich ist einfach beeindruckend", blickt Rex zurück. Sportlich lief es für sein Team ebenfalls nach Plan: ein Etappensieg, zwei zweite Plätze - der Trip an das andere Ende der Welt zahlte sich aus. Rex selbst agierte in der vorgesehenen Helferrolle, erfüllte diese jedoch so überzeugend, dass er plötzlich im Fokus stand. "Ich habe eigentlich nichts Spezielles gemacht, außer meinen Job. Aber ich glaube, ich habe ihn gut gemacht - und bin den Leuten aufgefallen."
Besonders eindrücklich blieb ihm der Moment nach der letzten Etappe in Erinnerung. "Am Ende haben mich sogar Menschen angesprochen. Die wussten, wer ich bin. Dass Leute am anderen Ende der Welt dich kennen - das war schon cool." Auch die Resonanz in den sozialen Medien überraschte ihn. "Da hat mir ein bekannter Fahrer aus Amerika mit über 150.000 Instagram-Followern geschrieben. Da war ich schon ein bisschen stolz."
Doch der Traumstart hatte seinen Preis. Die lange An- und Abreise sowie der australische Sommer verlangten dem gesamten Feld alles ab. "Es war schon extrem heiß, mit sehr hohem UV-Index. Man musste echt aufpassen, sich nicht zu verbrennen", erzählt Rex. Besonders brutal: eine Bergetappe bei Temperaturen von bis zu 47 Grad. "Da geht man wirklich ans Limit. Irgendwann erholt man sich in der Hitze einfach nicht mehr - so viel wie man schwitzt, kann man gar nicht mehr trinken."
Ob Radrennen unter solchen Bedingungen noch vernünftig seien, lasse sich diskutieren, meint Rex nüchtern. "Leistungssport ist nicht automatisch gesund. Aber es ist ein großes Event, es ist unser Job - und man geht damit um."
Nach dem gelungenen Profi-Debüt richtet sich der Blick nun nach vorn. Ein Start bei Klassikern wie Lüttich-Bastogne-Lüttich ist aktuell noch kein Thema, doch der Rennkalender ist gut gefüllt: Frankreich, Strade Bianche, Tirreno-Adriatico. "Das sind mega geile Rennen. Als Fan bekommt man da Gänsehaut - und plötzlich fährt man selbst mit. Da fährst du gegen Leute, die du früher aus dem Fernsehen kanntest - und denkst: Okay, das ist jetzt mein Gegner. Es ist einfach geil, da mitfahren zu dürfen", freut sich Rex über seine ersten Erfahrungen als Profi.
Radio-Interview mit Tim Rex im Player:
Christophe Ramjoie