Wenn die AS Eupen Freitagabend bei Jong Genk antritt, steht deutlich mehr auf dem Spiel als nur drei Punkte. Das Kalenderjahr 2026 ist sportlich bislang zum Vergessen: Eupen wartet weiterhin auf den ersten Sieg und hinkt den eigenen Ansprüchen klar hinterher. Mit aktuell fünf Punkten Rückstand auf die Playoff-Plätze wächst der Druck - auf Mannschaft, Trainerteam und Verein insgesamt.
Die Situation ist auch deshalb heikel, weil Trainer Pinheiro die Messlatte vor dem Jahreswechsel selbst hoch gelegt hatte. Eupen, so seine klare Ansage, sei in diesem Jahr "schwer zu schlagen". Bislang haben jedoch die Gegner genau das getan: In zwei der bisherigen drei Spiele im Jahr 2026 ging Eupen leer aus. Auch Lokeren nutzte die Schwächen der Schwarz-Weißen und raubte wichtige Punkte - ein weiterer Rückschlag im Kampf um die Playoff-Plätze.
Für zusätzliche Unruhe sorgt die Lage auf den Rängen. Die Ultras haben angekündigt, die Reise nach Genk nicht anzutreten. Ein klares Zeichen des Protests, das jedoch ein fragwürdiges Signal sendet. Gerade in schwierigen Phasen braucht eine Mannschaft doch Rückhalt von außen. Zumal der Support in Eupen ohnehin begrenzt ist - ein wirklich volles Kehrwegstadion liegt bereits einige Jahre zurück. Das Fernbleiben der organisierten Fans wiegt daher schwer.
Sportlich läuft es noch nicht rund. Eupen fehlt es an Konstanz und Durchschlagskraft, einfache Fehler werden regelmäßig bestraft. Hoffnung macht zumindest die Personalsituation: Kikas dürfte erneut von Beginn an auflaufen und für Stabilität sorgen. Zudem wird Mustafa Tarek Mashaal aller Voraussicht nach spielberechtigt sein und zusätzliche Optionen im Offensivspiel eröffnen.
Unabhängig vom Spiel in Genk könnte sich zudem auf dem Transfermarkt noch etwas tun. Mit Yoram Zague steht möglicherweise Verstärkung im Anmarsch. Der 19-jährige französische U19-Nationalspieler ist auf der rechten Abwehrseite zu Hause, war zuletzt an den FC Kopenhagen ausgeliehen und sammelte dort unter anderem Champions-League-Erfahrung. Zuvor kam Zague bereits zu Einsätzen in der Ligue 1.
Unter dem Strich zählt für Eupen in Limburg nur eins: ein Sieg. Punkte sind das einzige Mittel, um etwas Druck vom Kessel zu nehmen.
Christophe Ramjoie