Eines war Mario Groteklaes besonders wichtig: Der RFC Raeren-Eynatten ist finanziell gesund, betonte der Präsident. Und er möchte, dass das so bleibt. Bevor der ganze Verein Schaden nimmt, weil man eine Mannschaft in den Nationalklassen habe, sei es besser, sich aus der D2 zurückzuziehen. Einstimmig habe der Vorstand das beschlossen, so Groteklaes. Und die Entscheidung sei "wohlüberlegt und unumgänglich", ergänzte er.
"Wir haben in den letzten Wochen und Monaten evaluiert, wo wir stehen, wo wir sind, wo wir herkommen, wo wir hinmöchten". Dabei habe der Verein gemerkt, "dass wir so in dieser Art und Weise mit unserer Mannschaft in der D2 Amateure nicht weitermachen können. Die finanziellen Anforderungen werden immer größer."

Zum Thema Finanzen gehören auch schwindende Zuschauerzahlen und ein Rückgang der Kantineneinnahmen. "Es wäre finanziell schwer vertretbar gewesen, in die nächste Saison in der D2 zu gehen", erklärt der RFC-Präsident. Möglicherweise hätte man 2026/27 noch überbrücken können, doch die Vereinsverantwortlichen entschieden sich zum klaren Schnitt. Bereits im Laufe der ersten Hälfte der jetzigen Saison sei klar gewesen, "dass wir so über Jahre nicht weitermachen können."
Vor zwei Jahren stieg der RFC Raeren-Eynatten in die 2. Division Amateure auf. Man habe mit der eigenen Strategie den "absolut maximalen sportlichen Erfolg" herausgeholt. Ohne Mäzen und ohne Großsponsor, dafür aber lange mit vielen Spielern aus Raeren und anderen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Locker ausklingen lassen will man die restlichen Spiele in der D2 jetzt nicht - fest steht aber auch: Sollte der RFC als derzeit Tabellensiebter auf sportlichem Wege in die Aufstiegsrunde einziehen, ist die Teilnahme ausgeschlossen, stellte der RFC-Vorsitzende klar.
Die Jugendarbeit weiter voranbringen gehört nach dem D2-Rückzug zu den Vereinszielen. Aber nicht nur. Denn die jetzige zweite Herrenmannschaft des RFC in der 4. Provinzklasse soll künftig das Flaggschiff des Vereins sein, wie es Groteklaes ausdrückt.
Großer "Budgetbatzen" wird frei
"Es wird natürlich ein großer Budgetbatzen frei, um in die Trainer zu investieren für die Jugend. Wir möchten mit unser neuen ersten Mannschaft so schnell wie möglich auch sportlichen Erfolg haben. Wir haben mit Cedric Laschet jemanden aus dem Stamm der D2, der gesagt hat, er würde das Projekt mit begleiten als Junge vom Verein."
Dass der Rückzug zum Ende der Saison am Tag vor dem Nachbarschaftsduell mit der Union Kelmis angekündigt wurde, sei Zufall, versichert Groteklaes. "Es war jetzt einfach an der Zeit, dass wir mit den Spielern sprechen mussten. Das gebührt die Fairness. Man kann das nicht immer wieder aufschieben, aufschieben und aufschieben."
"Es war nun geboten, ihnen reinen Wein einzuschenken. Und ob das jetzt vor Kelmis ist oder danach vor Tilff, macht eigentlich nichts aus." Es wird Samstagabend aber ganz bestimmt für eine Menge Gesprächsstoff am Rande der Begegnung der (Noch-)Ligakonkurrenten Union Kelmis und RFC Raeren-Eynatten sorgen.
Moritz Korff