Für das erste Pflichtspiel des Jahres nahm Cheftrainer Pinheiro bei der AS Eupen eine personelle Änderung vor. In der Abwehr setzte er auf den Ukrainer Igor Plastun und beorderte den Kanadier Kennedy zunächst auf die Bank. Doch sportlich wie atmosphärisch stand die Partie gegen den Spitzenreiter unter keinem guten Stern. Im Kehrwegstadion bot sich einmal mehr ein ernüchterndes Bild: Die Ränge waren zum Großteil verwaist, die Tristesse unübersehbar. Für Stimmung sorgten zunächst die Gäste, die mit einigen Hundert in Gelb gekleideten Anhängern die Reise nach Ostbelgien auf sich genommen hatten.
Ein ähnliches Bild bot sich auf dem Rasen: Der Spitzenreiter gab am Kehrweg von Beginn an den Ton an. Bereits in der 4. Minute profitierte Beverens Amrahams von einem Fehler in der Eupener Hintermannschaft, brachte jedoch zu wenig Druck hinter seinen Abschluss, um AS-Keeper Marco Hiller ernsthaft zu prüfen.
Eupens erster zaghafter Offensivakzent ließ bis zur 11. Minute auf sich warten, als Nuhu aus der Distanz abzog. Doch auch der Versuch des Ghanaers blieb harmlos und ohne Durchschlagskraft. Beveren kontrollierte weiterhin das Geschehen – und belohnte sich in der 17. Minute: Nach einer Hereingabe von der linken Seite durch den Ameler Christian Brüls vollendete Lennart Mertens aus kurzer Distanz zur verdienten Führung der Gäste (0:1).

Eupen tat sich weiterhin schwer, eine Reaktion zu zeigen, und hatte in der 35. Minute sogar Glück, als Lennart Mertens einen Patzer von Busquets nicht auszunutzen wusste und den Ball direkt auf AS-Schlussmann Marco Hiller schoss. Der Ball landete mit voller Wucht im Gesicht des Eupener Keepers, der aber weiterspielen konnte.
Beveren blieb am Drücker. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hämmerte Viktor Boone das Leder an die Querlatte, von wo der Ball vor die Füße von Kurt Abrahams sprang. Der Beveren-Spieler ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte den Abpraller zum zweiten Treffer an diesem Abend im Eupener Tor – ein bitterer Nackenschlag für die Hausherren.
Der harte Treffer an Hillers Kopf hatte offenbar Spuren hinterlassen: Der deutsche Schlussmann blieb mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung für den zweiten Spielabschnitt in der Kabine. Für ihn übernahm Manaf Nurudeen den Platz zwischen den Pfosten. Mit der komfortablen Führung im Rücken behielten die Gäste aus dem Waasland auch nach dem Seitenwechsel die Kontrolle über das Geschehen auf dem Rasen des Kehrwegstadions.
Mit dem ersten wirklich sauber herausgespielten Angriff meldeten sich die Hausherren zurück: Laurent Delaurier-Chaubet schloss den Spielzug erfolgreich zum 1:2-Anschlusstreffer ab und hauchte der Partie neuen Mut ein. Doch die Hoffnung währte nur kurz. Quasi im Gegenzug bewahrte Ersatzkeeper Manaf Nurudeen mit einer starken Flugeinlage die AS Eupen vor dem nächsten Gegentreffer, als Christian Brüls zum Abschluss kam.
Der Hiller-Ersatz rückte in der 63. Minute erneut in den Mittelpunkt, als er beim Abschluss von Margaritha blitzschnell reagierte und den Fuß rechtzeitig ausfuhr. Mit dieser starken Parade hielt Nurudeen die Hoffnung der Eupener weiter am Leben. Rund sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit bot sich Eupen die große Chance zum Ausgleich: Nach einer präzisen Flanke von Nuhu von der rechten Seite kam Atteri per Kopf zum Abschluss, verfehlte das Ziel jedoch nur hauchdünn. Die AS schöpfte noch einmal Hoffnung. In der 88. Minute lag der Ausgleich erneut in der Luft, doch Beverens Schlussmann lenkte den Kopfball von Bokadi mit einer Glanzparade gerade noch über die Querlatte.
Am kommenden Wochenende geht es für die AS nach Lommel.
Christophe Ramjoie
