Mit einem echten Härtetest startet die AS Eupen am Samstagabend in das Pflichtspieljahr. Mit dem SK Beveren gastiert der aktuelle Tabellenführer am Kehrweg - eine Mannschaft, die in dieser Saison noch ungeschlagen ist und zu Recht an der Spitze der Challenger Pro League steht.
Trotzdem geht die AS Eupen mit Zuversicht in das Duell. Kevin Möhwald sieht klare Ansatzpunkte aus der jüngsten Vergangenheit. "Wenn man vor allem die letzten drei Spiele vor der Winterpause betrachtet, können wir an viele Dinge anknüpfen. Über die gesamte Hinrunde haben wir Schritte nach vorne gemacht - auch wenn wir wissen, dass noch weitere folgen müssen."
Die sieben Punkte aus den letzten drei Spielen hätten dem Team zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. "Wir fangen nicht bei null an, sondern bauen darauf auf. Unser Ziel ist es, direkt im neuen Jahr gut zu punkten", so Möhwald.
Auch Cheftrainer Bruno Pinheiro betont vor dem Duell den sachlichen Ansatz. "Es ist ein Spiel wie jedes andere. Es gibt drei Punkte zu holen." Gleichzeitig macht er keinen Hehl aus der Stärke des Gegners: "Beveren ist Erster, und das ist verdient. Die Tabelle ist fair. Die Topteams stehen dort, wo sie hingehören."
Dennoch sieht Pinheiro die Ungeschlagenheit des Gegners eher als Antrieb denn als Bürde. "Man kann mit Angst an so ein Spiel herangehen - oder Energie daraus ziehen. Ich bevorzuge den zweiten Weg. Für mich ist es eine Motivation, die erste Mannschaft zu sein, die sie schlägt. Und ich hoffe, für die Spieler auch."
Personell gab es bei der AS Eupen in der Winterpause kaum Veränderungen. Neuzugänge blieben aus, und auch Gaëtan Hendrickx braucht nach seiner schweren Verletzung noch Zeit. "Er ist nicht verletzt und trainiert mit der Mannschaft, aber es ist ein langer Prozess - körperlich, mental und im Spiel mit Kontakt", erklärte Pinheiro.
Ein wichtiger Baustein der Vorbereitung war das Trainingslager in Paris auf dem Gelände von Paris Saint-Germain. "Die Bedingungen waren außergewöhnlich", so Pinheiro, der jedoch relativiert: "Am Ende sind es die Spiele, die zeigen, wo wir stehen." Sowohl er als auch Möhwald betonen, dass die Mannschaft bereits vor der Winterpause gut drauf gewesen sei.
Mit Blick auf das Hinspiel gegen Beveren erwartet der Trainer erneut eine intensive Partie. "Sie sind defensiv sehr gut organisiert und bringen viele Bälle in den Strafraum. Das Hinspiel war extrem schwer - für uns, aber auch für sie. Wir wissen, was uns erwartet, und wir haben uns gut vorbereitet."
Das Ziel für Samstag ist klar formuliert: Eupen will zu Hause mutig auftreten, an die Entwicklung zum Ende des letzten Jahres hin anknüpfen - und dem Spitzenreiter vielleicht erstmals in dieser Saison die Grenzen aufzeigen.
Christophe Ramjoie