Für den Elsenborner Biathleten Thierry Langer war der Weltcup in Oberhof eine erfolgreiche Woche. Mit einem 17. Platz im Sprint, Rang 28 in der Verfolgung sowie Platz 15 mit der belgischen Staffel präsentierte sich der 34-Jährige konstant auf internationalem Niveau. Gerade in der laufenden Olympia-Saison kommen diese Resultate zur richtigen Zeit.
Dabei gilt Oberhof für Langer eigentlich nicht als Lieblingsstation im Weltcupkalender. "Das ist normalerweise ein Ort, wo ich immer ein bisschen Startprobleme habe", erklärte der Ostbelgier. Umso wichtiger seien die gezeigten Leistungen gewesen, nachdem er im Dezember mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. "Es war jetzt sehr wichtig und auch höchst notwendig, dass ich mal ein Lebenszeichen abgebe - einerseits für mich selbst, um wieder Selbstvertrauen zu fassen."
Besonders positiv bewertet Langer seine Leistungen am Schießstand. Das stabile Schießen sei aktuell der Schlüssel zu den guten Resultaten. Gleichzeitig sieht er bei der läuferischen Form noch Luft nach oben. "Die Form ist läuferisch noch nicht ganz da, mit der ich zufrieden bin. Aber der Staffelwettkampf war wieder ein Schritt nach vorne. Ich bin sehr optimistisch, dass ich im Laufe des Monats noch zulegen kann."
Der Blick richtet sich nun klar auf die Olympischen Spiele, die in rund einem Monat beginnen. "Olympia ist natürlich das große Ziel“, betont Langer. Nach zwei für das belgische Team enttäuschenden Olympiateilnahmen sieht er diesmal eine besondere Chance: "Jetzt sind die Spiele quasi vor der Haustür, und wir haben einiges zu beweisen - zu zeigen, dass wir es auch auf der allerhöchsten Stufe des Sports draufhaben."
Sportlich peilt Langer realistische Ziele an. Top-20-Platzierungen im Einzel hält er für erreichbar, wenn Laufleistung und Schießen zusammenpassen. "Mit den letzten Weltcup-Resultaten habe ich gezeigt, dass Top 20 drin ist - und an einem richtig guten Tag vielleicht auch mehr." Auch als Mannschaft sieht er Potenzial, insbesondere in der Mixedstaffel. "Die Frauen sind gut in Form, wir Männer kommen immer besser in Fahrt. Wenn jeder seinen Job macht, ist vielleicht sogar eine kleine Überraschung bei Olympia möglich."
Die Weltcup-Woche in Oberhof liefert damit ein positives Signal: Thierry Langer scheint rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt in Form zu kommen - mit wachsendem Selbstvertrauen und klarer Perspektive Richtung Olympische Spiele.
Christophe Ramjoie