Col de Rates, Spanien: Für viele Radfahrer ist dieser Anstieg ein Mythos, ein heiliger Berg. Für Arne Janssens aus Schönberg ist er aktuell vor allem eines: Arbeitsplatz. An der Costa Blanca bereitet sich der Offroad-Spezialist intensiv auf die neue Saison vor.
Gemeinsam mit Trainingspartner Matthias Saam aus Born fährt Janssens wiederholt den Col de Rates hinauf. Intervalltraining – hart, kontrolliert, gezielt. "Der Berg ist perfekt, um konstant zu arbeiten. Genau das brauche ich für meine Rennen", sagt Janssens.
Der Trainingstag beginnt ruhig: Shakes mischen, eine kurze Runde um den Pool, dann ab aufs Rad. Kein großes Spektakel – volle Konzentration. Spanien bietet dafür ideale Bedingungen. Sonne, stabile Temperaturen und lange Trainingsmöglichkeiten. "Ich bin nicht hier für Urlaub, ich bin hier zum Arbeiten", betont Janssens.
Arne Janssens ist kein klassischer Straßenfahrer. Auch wenn sein Herz fürs Mountainbiken schlägt, liegt seine Stärke vor allem auf der langen Distanz, im Marathon- und Gravelbereich. "Im Cross-Country fehlt mir manchmal die letzte Spritzigkeit", erklärt er. "Auf der langen Distanz kann ich Rennen gestalten und mit der Weltspitze mithalten."
Das kommende Jahr ist für ihn besonders wichtig: Es ist sein zweites Jahr als selbstständiger Profi. Das erste verlief vielversprechend, auch wenn Krankheiten und Rückschläge nicht ausblieben. Jetzt will Janssens gezielt angreifen – unter anderem bei der Gravel-Europameisterschaft, den belgischen Meisterschaften sowie ausgewählten internationalen Mountainbike- und Gravel-Rennen.
Der Col de Rates ist dabei mehr als nur ein Trainingsberg. Er ist Symbol für einen Weg, den Arne Janssens bewusst gewählt hat: abseits der Straße – aber mit klaren Zielen.
Christophe Ramjoie