Während in Belgien, Deutschland oder den Niederlanden winterliche Bedingungen ein strukturiertes Training erschweren, finden Teams an der Costa Blanca stabile Voraussetzungen vor: milde Temperaturen, wenig Niederschlag und zahlreiche sonnige Tage. Für die Vorbereitung auf die neue Saison sind das ideale Rahmenbedingungen.
Vielseitige Strecken, kurze Wege
Ein entscheidender Vorteil der Region ist ihre topografische Vielfalt: Flache Abschnitte entlang der Küste ermöglichen ruhige Grundlagenfahrten, im Hinterland warten lange und gleichmäßige Anstiege wie der Coll de Rates, der Vall d’Ebo oder die Auffahrt zur Cumbre del Sol. Innerhalb weniger Trainingsstunden lassen sich unterschiedliche Belastungsformen kombinieren – ein Pluspunkt für Trainer und Fahrer.
Hinzu kommen eine gute Straßenqualität und ein Verkehr, der an große Trainingsgruppen gewöhnt ist. Die Wege zwischen Hotel, Startpunkt und Trainingsstrecken sind kurz, was die tägliche Planung erheblich erleichtert.
Viele Teams im Januar vor Ort - Rex-Brüder sind dabei
Im Januar ist die Costa Blanca traditionell stark frequentiert. Zahlreiche WorldTour-Teams absolvieren hier ihre ersten gemeinsamen Trainingslager des Jahres. Regelmäßig vertreten sind unter anderem UAE Team Emirates, Ineos Grenadiers, Movistar, Lidl–Trek, Bora-hansgrohe sowie Team Visma Lease a Bike und Soudal Quick-Step. Dazu kommen mehrere ProTeams, Nationalmannschaften sowie Nachwuchsfahrer, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen.
Auch die beiden Raerener Radprofis Laurenz und Tim Rex bereiten sich aktuell in Spanien auf die neue Saison vor: Laurenz ist mit seinem neuen Team Soudal Quick-Step an der Costa Blanca im Trainingslager. Tim, der seit diesem Jahr einen Profivertrag besitzt, trainiert derzeit noch individuell für seinen ersten Einsatz im Trikot von Team Visma Lease a Bike, bevor es für ihn bei der Tour Down Under ernst wird. Das australische Etappenrennen beginnt am 16. Januar.
Auch der ostbelgische Radsportnachwuchs nutzte in der vergangenen Woche die idealen Bedingungen in Spanien zur Saisonvorbereitung – allerdings nicht an der Costa Blanca, sondern etwas nördlicher rund um Girona.
Für Außenstehende wirkt die hohe Dichte an Profis fast wie ein zufälliges Aufeinandertreffen. Tatsächlich ist die gleichzeitige Präsenz vieler Teams jedoch fester Bestandteil der etablierten Saisonplanung.
Die Region hat sich auf diese Entwicklung eingestellt: Hotels sind auf die Bedürfnisse von Profis spezialisiert, der Flughafen Alicante sorgt für eine unkomplizierte An- und Abreise. Der Radsport ist hier längst auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Fester Termin im Kalender
Was früher als reine Winterflucht galt, ist heute ein fester Bestandteil der Saisonvorbereitung. An der Costa Blanca werden Grundlagen gelegt, Material getestet und Abläufe einstudiert. Wenn im Februar die ersten Rennen in Spanien beginnen, haben viele Teams ihre Basisarbeit bereits erledigt – unter der Sonne der Costa Blanca.
Für den Profiradsport gilt deshalb seit Jahren: Die Saison beginnt im Januar – in Spanien, an der sonnigen Costa Blanca.
Christophe Ramjoie