Motocross auf der Kippe

Einmal im Jahr im August erwacht die Motocross-Strecke in Recht zum Leben. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit und einige hundert Fahrer waren in Recht in verschiedenen Klassen auf der Strecke.

Tom Arens (Bild: Christophe Ramjoie/BRF)

Tom Arens (Bild: Christophe Ramjoie/BRF)

Ideale Bedingungen wieder mal für die Rennen von AMPL und auch dem Deutschen Amateur Motocross Verband (DAMCV), der nach kurzer Pause wieder des Rennen in Recht in seinen Terminkalender aufgenommen hat.

Für die Organisation war der Rechter Motocross Club zuständig. Tom Arens vom organisierenden MCC Recht hat im BRF-Interview über die Herausforderungen im Motocross gesprochen.

Arens: Wir sind eigentlich sehr zufrieden. Gestern waren sehr viele Leute da, auch Fahrer. Von der DAMCV  – denke ich – waren so circa 150 Piloten am Start, sehr viele Zuschauer heute auch, sehr viele Leute neben der Strecke, wir sind sehr zufrieden.

BRF: In diesem Jahr wieder mit zwei Verbänden: der deutsche Amateur-Motocross-Verband und das Pendant auf der belgischen Seite. Ihr hattet hat in diesem Jahr auch einen prominenten Fahrer am Start: Julien Lieber. Ist das eine Ehrbekundung für das Rennen in Recht?

Ja, natürlich sind wir froh, wenn wir schnelle Fahrer hier hin bekommen. Das zeigt ja auch, dass unsere Strecke sehr gemocht ist. Für die Zuschauer ist das natürlich sehr spektakulär. Und wir sind froh, wenn so viele Leute kommen.

Jetzt fällt die ganze Strecke wieder in den Dornröschenschlaf. Der ganze Aufwand für ein Rennen im Jahr. Ansonsten darf die Strecke nicht genutzt werden. Der eine oder andere Motocross-Fahrer spricht sogar schon vom Tod des Motocross in Belgien. Eure Lobby scheint nicht ganz so zu funktionieren. Was könnt ihr machen? Was wollt ihr machen? Was müsst ihr machen, damit Motocross in Belgien nicht ausstirbt?

Ja, das ist ein ganz, ganz großes Problem. Sehr schade. Belgien war sehr viele Jahre wirklich die Motocross-Nation Nummer eins. Wir haben sehr viele Weltmeister vorzuweisen, vor allem auch Stefan Everts. Das große Problem ist halt wirklich, dass nur noch vier Trainingstrecken in Belgien verfügbar sind. Was kann man da machen? In Belgien ist halt das Riesenproblem, dass man die Genehmigung Klasse eins haben muss, die mit unglaublich vielen Kosten verbunden sind. Da spricht man von so rund um die 30.000 Euro. Das kann sich nicht jeder Verein leisten. Zweite Sache ist: Da ist man nicht sicher, dass man dann die Umweltgenehmigung überhaupt erhält. Dann hat man gegebenenfalls 30.000 Euro investiert und hat noch nichts. Also, ganz schwieriges Thema. Wir haben da schon verschiedene Schritte versucht in die Wege zu leiten, aber da ist noch nichts zu machen im Moment.

Es ist ja in Ostbelgien das große Glück, dass es mehrere Motocross-Vereine gibt. Dürler hat eine Strecke, Recht hat eine Strecke. Wäre es da nicht vielleicht eine Idee, das Ganze zu bündeln, Geld zusammenzulegen, um dann zumindest in Ostbelgien eine vernünftige Strecke zu haben, wo man trainieren kann?

Wäre gegebenenfalls eine Idee, aber so einfach ist das auch wieder nicht. Eine neue Strecke anlegen, hat schon mit sehr vielen Kosten zu tun. Dann die richtige Stelle dafür ausfindig machen. Wir arbeiten sehr gut mit dem Dürler Motocross Club zusammen. Wir helfen uns immer gegenseitig aus. Aber dennoch möchte natürlich jeder gerne seine Strecke behalten und ich schätze, wenn man das in die Wege leiten würde, käme es wahrscheinlich dazu, dass die Forderung ist, die zwei anderen Strecken zu schließen. Und das möchten wir auch nicht. Mal schauen. Man kann da vielleicht mal ein Projekt zusammen starten und gucken, in welche Richtung das gehen kann. Dann müssen wir sehen. Aber so ein Projekt ist nicht auf ein, zwei Jahre gehalten, sondern zwischen fünf und zehn Jahren.

Motocross in Recht: Julien Lieber eine Klasse für sich

Christophe Ramjoie