Markus Palttala im Safety Car der 24h: „Du musst schon Gas geben können“

Beim 24-Stunden-Rennen von Spa sind 16 ehemalige Sieger auf der Strecke - eigentlich sogar 17, denn auch Markus Palttala ist dabei. Allerdings nicht als Teilnehmer, sondern als einer der Fahrer des Safety Cars. Der Finne, der in Eupen wohnt, hatte die 24h im Jahr 2015 mit BMW gewonnen.

Markus Palttala steuert dieses Jahr das Safety Car (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Markus Palttala steuert dieses Jahr das Safety Car (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Markus, wie kommt es, dass du hier ein Safety Car steuerst?

Das war gar nicht geplant. Aber die Organisation hat ein paar Tage vor dem Rennen den Plan geändert und dann brauchten sie mehr Leute. Sie haben auch mich angerufen und ich dachte: Warum nicht? Ich möchte das Rennen auch mal von dieser Seite sehen. Aber das ist jetzt nicht der Plan für meine Zukunft, sondern nur dieses Wochenende: Freunden helfen und auch Spaß haben.

Hast du dich speziell darauf vorbereiten müssen?

Das Safety Car fährt ein bisschen schneller dieses Jahr, damit die Teilnehmer die Reifen-Temperatur halten können, und deshalb rufen sie ehemalige und aktive Rennfahrer an, denn du musst schon ein bisschen Gas geben mit dem Safety Car. Das ist natürlich kein Problem für mich. Neu waren für mich die Kommunikation und die Prozedur, das habe ich mir ein paar Mal durchgelesen, aber es ist nicht kompliziert. Ich musste mir nur mal ansehen, wie die Radio-Kommunikation mit dem Renndirektor läuft. Aber das ist ganz einfach eigentlich.

Wie ist es denn bisher gelaufen als Safety-Car-Fahrer?

Ich habe zwei kurze Rennen als Vorbereitung gemacht, aber bei beiden war keine Safety-Car-Phase, also das war nur Warten. Letzte Nacht bin ich dann drei Stunden dagewesen, da gab es zwei Safety-Car-Prozeduren. Also jetzt war ich dann auch mal auf der Strecke. Beide Male ist es gut gelaufen. Jetzt mache ich nochmal drei Stunden und das war es dann.

Wie funktioniert diese Safety-Car-Prozedur?

Der Renndirektor sagt mir, wenn ich rausfahren soll. Vorher gibt es das Full Course Yellow, wo alle langsam fahren. Und ich muss mich dann vor dem Führungsauto einreihen. Aber der Renndirektor schickt mich zum richtigen Zeitpunkt raus, das hat beide Male bisher super geklappt. Dann muss ich erst das Feld zusammenkriegen, bevor ich dann ein bisschen schneller fahre. Und in der letzten Runde, bevor ich wieder reinkomme, ein gutes Stück schneller, damit alle Rennautos die Reifen warm fahren können. Das ist cool.

Markus Palttala steuert dieses Jahr das Safety Car (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Markus Palttala steuert dieses Jahr das Safety Car (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Trotzdem wärst du wahrscheinlich lieber im Teilnehmerfeld …

Mein letztes Mal hier war 2019 mit Bentley. Es ist schön, nach drei Jahren wieder hier zu sein – aber es tut auch ein bisschen weh. Ich möchte natürlich lieber mitfahren.

Wie sehen die Chancen auf einen Platz in einem Team aus?

Ich war mit einem Team im Gespräch, aber die konnten einen Werksfahrer umsonst bekommen. Also der Markt ist schwierig. Es gibt viele Autos, aber die fahren fast alle die ganze Saison mit festen Fahrern. Also das ist nicht wie vor zehn Jahren, da waren 30 Autos nur für dieses Rennen und die brauchten dann richtig viele Fahrer. Heute gibt es nur ein paar freie Sitze. Ich bin als Gold-Fahrer eingestuft, da gibt es nicht so viele Plätze. Wenn ein Team einen Profi braucht, kann er den Hersteller anrufen und bekommt einen Werksfahrer. Der Markt für uns Freelance-Profis ist eigentlich kaputt gegangen. Ein Team hatte mich angerufen, aber sie haben dann jemand anders genommen. Es ist sehr schwierig, etwas zu finden. Ich bin Daytona gefahren und Nürburgring, ich wäre gerne auch hier gefahren, aber das ist das schwierigste Rennen, um einen Job zu finden.

Wie ist dein Programm noch dieses Jahr?

Ich hatte eigentlich einen Deal für eine volle Saison in Amerika. Das sind zwölf Rennwochenenden – also drei, vier Monaten in Nordamerika. Leider hat das Team Budget-Probleme bekommen und ich bin nur Daytona am Anfang mitgefahren. Da könnten noch ein paar Rennen Ende der Saison hinzukommen, aber mein Plan war eigentlich, viel da zu sein. Dann bin ich Nürburgring mit KTM gefahren und ein paar kleine historische Rennen, Spa 12h war ich dabei mit einem finnischen Team. Also meine Saison war eigentlich komplett, aber jetzt habe ich mehr frei als geplant. Ich hatte keinen Plan B, also habe ich die Freizeit genossen mit meiner kleinen Tochter.

Wie sieht die Zukunft aus?

So kann es natürlich nicht weitergehen. Ich schaue jetzt noch ein paar Jahre, ob ein ernstzunehmendes Angebot kommt. Ansonsten muss ich überlegen, was ich als Erwachsener tun will (lacht). Aber es gibt schon noch Chancen, etwas im Rennsport zu machen. Und ich mache das, solange es möglich ist.

Letzte Absprachen mit dem Vorgänger-Duo (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Letzte Absprachen mit dem Vorgänger-Duo (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Katrin Margraff