Schachspieler ermitteln Anfang November den ersten Jugendmeister der Großregion

Um den Bürgern die sogenannte "Großregion" näher zu bringen, fördert sie Projekte, die sie zusammenführen sollen - warum nicht um ein Schachbrett? Die Schachverbände aus Ostbelgien und Luxemburg haben den Projektaufruf gehört. Am kommenden Wochenende veranstalten sie in Diekirch ein internationales Jugendturnier - mit Spielern aus der Großregion.

Archivbild: BRF

Wenn Schachspieler zusammenkommen, dauert es nicht lange und sie sitzen sich an einem Brett gegenüber. So war es auch beim Pressetermin in Ouren, mit dem der luxemburgische Schachverband und der ostbelgische SVDB ihr jüngstes Kind vorstellten: die erste „Schach-Jugend-Rapidmeisterschaft der Großregion“. Und das kommt nicht von ungefähr, erklärt Serge Brittner: „Schach ist sehr gut für die Jugend. Das ist durch viele Studien bewiesen. Deshalb wollten wir unbedingt ein Jugendturnier organisieren und das war eine willkommene Gelegenheit.“

Darauf gebracht hat die Verbände ausgerechnet der ostbelgische Läufer Roger Königs, dessen Söhne im Schachclub von Wirtzfeld gemeldet sind. Er wusste von dem Projektaufruf der Großregion und rannte bei Victor Schleck offene Türen ein. Die Schachfreunde Wirtzfeld unterhalten nämlich seit langem eine Freundschaft zum Club in Echternach. „Die besteht schon seit 25 Jahren“, erklärt Victor Schleck. „Wir haben uns damals auf den CERA-Chess-Open in Eupen getroffen. Daraus ist eine lange Freundschaft entstanden mit vielen Wettkämpfen in Ostbelgien und Luxemburg, auch bei den Schachturnieren in Echternach und Wirtzfeld, da haben wir viele schöne Tage und Abende verbracht.“

So weit so gut, aber die Zeit drängte. „Die Veranstaltung muss in diesem Jahr stattfinden und sie muss von Partnern aus mindestens zwei Ländern gemeinsam organisiert werden“, erklärt Serge Brittner. „Die Partnerschaft war ja da und wir haben uns zusammengesetzt und schnell etwas auf die Beine gestellt, denn die Zeit war knapp.“

Das wird auch für das Turnier selbst gelten. Weil es kaum möglich wäre, die Jugendlichen wegen der unterschiedlichen Schulferientermine über mehr als zwei Tage zusammenbringen, haben sich die Veranstalter auf ein Schnellschachturnier in neun Runden geeinigt: fünf Runden am Samstag, vier am Sonntag.

Den Siegern winkt ein bislang einmaliger Titel. „Der Erste jedes Turniers bekommt den Titel ‚Meister der Großregion'“, sagt Brittner. „Wenn man bedenkt, dass unsere Länder bei internationalen Turnieren wie einer Europameisterschaft keine Chance haben und national eben oft dieselben Spieler die Titel gewinnen, ist das ein Anreiz, sich bei einer richtigen Meisterschaft mit Jugendlichen aus den angrenzenden Regionen zu messen.“

Das scheint in den Schachkreisen der Großregion auch angekommen zu sein. „Bis jetzt fehlen noch die Saarländer. Die anderen Regionen sind schon angemeldet“, weiß Viktor Schleck.

Mit hundert Teilnehmern wird gerechnet, untergebracht sind sie rund um den Austragungsort Diekirch. Und ganz unabhängig davon wie die Premiere läuft, steht die Nachfolgeveranstaltung schon fest im Kalender. „2020 findet das Turnier wieder statt, und zwar am 31. Oktober und 1. November in Bütgenbach/Worriken“, sagt Schleck. „Der Saal ist schon reserviert.“

Stephan Pesch

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