Letzter WM-Test: Teuflische Spiellaune gegen Costa Rica

Die Roten Teufel haben sich eine Woche vor ihrem WM-Auftakt in hervorragender Spiellaune gezeigt. In Brüssel haben sie am Montagabend WM-Teilnehmer Costa Rica mit 4:1 bezwungen. Dries Mertens und Romelu Lukaku konnten einen Rückstand noch vor der Pause drehen. Ein weiterer Lukaku-Treffer und ein Tor von Michy Batshuayi sorgten für den deutlichen Endstand.

Bild: Virginie Lefour/Belga

Nationalcoach Roberto Martinez hatte beim letzten Test vor der WM keine Lust auf Experimente. Im Vergleich zur letzten Woche, als es gegen die Ägypter einen 3:0-Erfolg gegeben hatte, veränderte Martinez seine Mannschaft auf nur einer Position. Für Laurent Ciman rückte Dedryck Boyata in die zentrale Verteidigung. Youri Tielemans und Leander Dendoncker, denen Spielminuten angekündigt worden waren, starteten etwas überraschend von der Bank aus. Bei Costa Rica standen mit Kapitän Bryan Ruiz und Oscar Duarte alte Bekannte aus der 1. Division von Beginn an auf dem Feld. Auch zum Abschiedsspiel vor dem Abflug Richtung Russland am Mittwoch war das König Baudouin Stadion nicht ausverkauft.

Das Spiel nahm direkt Fahrt auf. Costa Rica hatte die erste Chance in der 3. Minute nach einem Eckball von der linken Seite. Duarte konnte den Ball aber nicht richtig treffen. Die Teufel waren sichtlich in Spiellaune und kombinierten sich in den Folgeminuten gleich mehrere Male schnell und flüssig in Richtung des gegnerischen Strafraums. Nach der ersten Ecke von de Bruyne in der 12. Minute setzte der mit aufgerückte Boyata seinen Kopfball wuchtig und knapp über den Kasten von Keylor Navas im Tor der Gäste. Der Mann verdient seinen Lebensunterhalt bei Champions-League-Sieger Real Madrid.

Die Belgier versuchten dem Spiel weiter ihren Stempel aufzudrücken. Belgien kombinierte sich in der 23. Minute gut nach vorne. Lukaku verpasste die Hereingabe von rechts nur knapp. Im Gegenzug verteidigten die Teufel schwach. Der Ball landete nach einem klärenden Kopfball von Verthongen bei Bryan Ruiz an der Strafraumgrenze, der präzise zur 1:0-Führung für die Gäste einnetzen konnte. Schmeichelhafte Führung für Costa Rica.

Die Rote Teufel reagierten unmittelbar nach dem Rückstand. Erst konnte Navas in der 28. Minute beim Schuss von Mertens noch klären. Drei Minuten später steht der Napoli-Spieler bei der Hereingabe von Hazard goldrichtig und macht den Treffer zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Die Teufel gaben weiter Gas und wollten die Führung erzwingen. Das Tempo schien phasenweise etwas zu hoch für die Mannschaft aus Mittelamerika, die alle Mühe hatte, nicht in Rückstand zu geraten. Wenig später zappelte der Ball nach einem vermeintlichen Kopfballtreffer von Rekordnationalspieler Jan Vertonghen erneut im Netz. Das Tor wurde vom Schiedsrichtergespann wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben. Eine Fehlentscheidung!

Die Führung der Teufel konnte Costa Rica aber nicht verhindern. Romelu Lukaku beförderte aus kurzer Distanz das Leder ins Tor, nachdem der Ball via de Bruyne und Mertens schnell zentral in den Strafraum gebracht werden konnte.

Nach dem Seitenwechsel änderte Roberto Martinez nur auf einer Position. Für Thomas Meunier kam Nacer Chadli. Bei Costa Rica brachte Coach Ramirez zwei neue Spieler. Keine fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff traf Lukaku per Kopf zum 3:1.

Wenig später dann der nächste Wechsel bei den Roten Teufeln: Batshuayi kam für Dries Mertens im Sturm. Der Torhunger der Belgier schien noch nicht gestillt. Der Schuss von Kevin De Bruyne von der Strafraumgrenze ging nur knapp am Tor vorbei, da waren 59 Minuten rum. Sechs Minuten später war es erneut eine starke belgische Kombination, die ausgehend von Eden Hazard im Tor der Mittelamerikaner landete. Michy Batshuayi war der Schütze zum 4:1, nachdem Lukaku für ihn aufgelegt hatte.

13 Minuten vor Schluss hatte der jüngere Hazard kurz nach seiner Einwechslung eine Riesenchance, auf 5:1 zu erhöhen. Der Schuss des Gladbach-Profis flog aber weit über das Tor. Die Gäste waren am Ende mit „nur“ vier Gegentreffern noch gut bedient. Kurz vor dem WM-Beginn präsentierten sich die Roten Teufel in bärenstarker Verfassung.

Am Mittwoch brechen die Roten Teufel in Richtung Russland auf. Am kommenden Montag findet in Sotschi das erste Gruppenspiel der Nationalmannschaft statt. Gegner ist dann Panama.

Christophe Ramjoie

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