Streik bei Intradel: Müll bleibt liegen

In Eupen und Raeren wurde der Hausmüll diese Woche nicht eingesammelt. Auch die morgige Müllsammlung in Lontzen fällt aus. Grund ist ein Streik des Personals der Interkommunalen INTRADEL. Offiziell dauert der Streik bis zum 12. Juni, inoffiziell ist die Rede von weiteren Aktionen.

Seit Dientag säumen Mülltüten an vielen Stellen die Straßen in Eupen. Das Unternehmen Sita, das den Haushaltmüll normalerweise in den nördlichen Gemeinden außer Kelmis einsammelt, kann seine Arbeit nicht verrichten. Der Grund: die Müllverbrennungsanlage Uvelia, die Intradel untersteht, wird bestreikt und nimmt daher auch keinen Müll an. Wie lange noch? Das weiß keiner so richtig. Offiziell ist vom 12. Juni die Rede.

„Nach unseren Informationen, die von offizieller Seite jedoch noch nicht bestätigt wurden, soll der Streik bis zum 15. Juni einschließlich gehen. Das heißt, dass in Eupen wahrscheinlich die Müllsammlung am kommenden Dienstag erneut ausfällt. Wir haben als Stadt ein Schreiben an SITA geschickt, damit sie am Freitag zusätzliche Lkws nach Eupen schicken, so dass auf dem gesamten Stadtgebiet – und nicht nur in Kettenis und der Unterstadt – eingesammelt werden kann“, erklärt Claudia Niessen, erste Schöffin in Eupen.

Müllsammlung in Kelmis fand statt

In der Zwischenzeit stehen die Mülltüten auf den Bürgersteigen. Die Stadt hat mehrmals die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Säcke wieder ins Haus zu nehmen.

Unterdessen wurde in Kelmis der Müll eingesammelt. Und der befindet sich nun in Eupen in zwei Lkws des Unternehmens Bisa, das die Sammlung in Kelmis durchführt. „Wir hatten Kapazitäten frei und somit konnten wir uns erlauben, diese Woche – nur für Kelmis – den Müll noch einzusammeln. Leider Gottes müssen wir den jetzt in unseren Lkws lagern, bis wir dann hoffentlich nächste Woche wieder alles in Lüttich abkippen dürfen“, erklärt Daniel Franken, Bisa-Gedschäftsführer.

In Eupen liegen gebliebene Müllsäcke

Containerparks ebenfalls betroffen

Probleme gibt es nicht nur bei der Müllsammlung. Auch die von Intradel betriebenen Containerparks wie in Raeren, Lontzen oder Kelmis sind betroffen. In Kelmis nutzten manche die Gelegenheit, ihren wiederverwertbaren Müll einfach abzuladen. Das geschieht letztendlich auf Kosten der Gemeinde, die diesen Müll absurderweise verbrennen lassen muss.

„Bisher hing hier keine Infotafel auf. Es wies nichts darauf hin, dass wir hier in einer Streiksituation sind. Wir haben dann von der Gemeinde aus, eine Tafel erstellt, um die Bürger darauf hinzuweisen, dass der Containerpark wegen Streik geschlossen ist. Wir bitten die Bürger nichts abzuladen, die Sachen wieder mit nach Hause zu nehmen und erst dann wieder herzubringen, wenn der Containerpark wieder offen ist“, sagt Günther Havenith, Umweltberater beim Umweltdienst Kelmis.

Eupen: Sperrmüll und Biotonne werden eingesammelt

Und was ist, wenn der Streik länger dauert? Die vier nördlichen Gemeinden wollen sich dann konzertieren und nach Lösungen suchen. „Wir sind ja nicht alleine und es wurde bereits angesprochen sich mit den anderen Bürgermeistern zu konzertieren, weil es betrifft ja alles 72 Gemeinden in der Wallonie. In Eupen haben wir noch den kleinen Vorteil, dass Sperrmüll und die Biotonne weiter eingesammelt wird. Der Wertstoffhof ist auch geöffnet, weil wir nicht Intradel angeschlossen sind. Wir haben also noch ein paar Ausweichmöglichkeiten. Aber der klassische Hausmüll wird momentan nicht eingesammelt“, erklärt Claudia Niessen.

Der Bevölkerung bleibt also nichts anderes übrig, als den Müll zu horten und warten, dass der Streik zu Ende geht.

Auch in Raeren bleibt der Müll diese Woche liegen

Auch in Raeren bleibt der Müll diese Woche liegen

cd/mg - Bilder: BRF

3 Kommentare
  1. Ronny Ramscheidt

    Sollte es in diesem Sommer öfters dazu kommen, lade ich den Müll bei der Gemeinde ab.

    Ich hole kein Ungeziefer ins Haus, nur weil der Staat das Land kaputt macht.

  2. Edgar Fink

    @Ramscheidt
    Schon etwas seltsam ihre Logik.
    der wallonische Müllarbeiter von Intradel, der wallonische Gefängniswärter, der wallonische Eisenbahner, der wallonische Busfahrer …. streikt um damit laut sozialistischer Gewerkschaft die Regierung zu stürzen und sie sagen, der Staat macht das Land kaputt. Wer ist in ihren Augen der Staat?

  3. Gerd Stenten

    Ist es denn nicht möglich, dass sich erwachsene Menschen in Müllsachen einig werden?Sollen wir uns denn zu den Viren von Corona noch andere ins Haus hloen? Denkt mal drüber nach…..