Einsatz für Flüchtlinge: Bischof Delville tauscht mit Ehrenamtlichen aus

Der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville besucht in diesen Tagen das Dekanat Eifel. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit Priestern, kirchlichen Initiativen, sozialen Einrichtungen und den Gemeinden. Am Freitag traf der Bischof in St. Vith auf Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.

Das Besuchsprogramm ist eng gestrickt. Doch nahm sich Bischof Jean-Pierre Delville im Pfarrheim von St. Vith rund anderthalb Stunden Zeit, um über die Hilfe für Flüchtlinge auszutauschen. Die nimmt ganz unterschiedliche Formen an. Esmeralda Rohs aus St. Vith gibt zum Beispiel im Fedasil-Zentrum in Elsenborn Englisch-Kurse und beteiligt sich an Spielabenden. In der Familie bekommt sie dafür den nötigen Rückhalt.

Das Engagement reicht vom Sammeln, Waschen und Bügeln der Kleidung über Sprachkurse bis zu gemeinsamen Freizeitangeboten – und nicht zuletzt auch Behördengängen. Denn für Nicola Wickert von der Gruppe „Freundschaft ohne Grenzen“ gilt es die Lücke zu schließen zwischen der Erstaufnahme der Flüchtlinge und dem, was danach kommt…

„Das ist ein strukturelles Problem, weil Fedasil oder überhaupt die Träger der Erstaufnahmeeinrichtungen nur für die Betreuung zuständig sind, bis der Entscheid kommt von Brüssel. Und wenn sie dann die Anerkennung bekommen und bleiben können, haben sie einen gewissen Zeitraum, in dem sie eine Wohnung suchen können und hoffentlich auch eine Arbeit“, erklärt sie.

Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche

Und dabei seien die Flüchtlinge dann wieder auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen… „Also sie brauchen jemanden, der sie an die Hand nimmt, oft auch, weil es sprachlich nicht so geht und weil sie keine Kontakte haben, und wenn sie das nicht schaffen in dieser Zeit, dann müssen sie einfach gehen. Wir haben das jetzt erleben mit drei Flüchtlingen, die von uns mit betreut wurden, die sind jetzt glücklich bei Bekannten von Bekannten von Bekannten untergekommen, aber die stehen demnächst auf der Straße“, so Wickert.

Christian Driessens, der in Bütgenbach lebt, hat im Fedasil-Zentrum in Elsenborn Französischkurse gegeben. Nun hilft er bei der Wohnungssuche. „Seit zwei Monaten sind mehr und mehr Flüchtlinge anerkannt, um in Belgien zu bleiben, und dann kommt das nächste Problem: eine Wohnung zu finden. Viele können kein Französisch, kein Englisch, also sie sind total verloren. Und dann muss man sie begleiten und es ist sehr schwierig, etwas zu finden. Entweder sind die Wohnungen zu teuer oder die Eigentümer wollen das nicht geben“, erklärt Driessens.

Rose-Marie Fuhrmann, die Sprachkurse im Empfangszentrum in Manderfeld gibt, kann von positiven Erfahrungen berichten. „Wir haben welche in Manderfeld untergebracht und auch in Bütgenbach, haben ihnen auch Arbeit besorgt. Und das ist ein großer Faktor: Die Unternehmer müssten ein bisschen ‚flüchtlingsfreundlicher‘ sein und hier oder da jemandem die Chance geben.“

Bischof wünscht sich Willkommenskultur

Bischof Delville wünscht sich in diesem Sinne eine Willkommenskultur. „Man muss auch die Mentalitäten ändern. Wir müssen verstehen, dass die Menschen einen Platz brauchen und ihnen helfen. Als hier Krieg herrschte, haben die Menschen einander geholfen. Jetzt ist der Krieg nicht weit weg und wir müssen diesen Menschen helfen“, so Delville. Was die Wohnungsvermittlung angeht, habe das Bistum Lüttich bereits Erfahrungen gesammelt.

Im Sinne dieser Netzwerkbildung und des Informationsaustauschs sah Bischof Delville auch das Treffen in St. Vith…

Am Sonntag endet der Besuch des Bischofs im Dekanat mit einem Abschlussgottesdienst in St. Vith.

Text und Bilder: Stephan Pesch

3 Kommentare
  1. Wotschke Anja

    “ Die Unternehmer müssten ein bisschen ‚flüchtlingsfreundlicher‘ sein und hier oder da jemandem die Chance geben.“ …….und wer von den Unternehmern gibt denn den vielen einheimischen Arbeitssuchenden eine Chance ? sind diese denn unterdessen Menschen 2ter Wahl ? und es gibt genügende die eine Anstellung suchen, gleich ob es junge oder schon ältere Menschen sind – auch hier ist es unterdessen so, entweder zu gering Qualifiziert oder Überqualifiziert, auch wenn man die hiesigen Landessprachen kennt – es reicht eben nicht aus und bei vielen Null-Chance oder im voraus machen diese in meinen Augen „Idiotentests“ um zu sehen ob man für dies oder jenes denn überhaupt geeignet ist…..und vieles mehr.

  2. Angela Kerstges

    „man muss auch die Mentalität ändern, so der Herr Bischof! Schön! Aus eigener Erfahrung gehören da noch wichtige Faktoren bei, z.B. Ehrlichkeit! Sie werden in Europa durchgefüttert auf Kosten des Steuerzahlers, also auch das Geld von uns DG-Bürgern. Das allerdings scheint so manchem noch ungenügend. Da nicht unerheblich kriminelles Blut in den Adern, sollte das mehrmals in der DG zum Tragen kommen, konnte verhindert werden. (polizeilich belegt)
    Zu Mentalität ändern gehört auch noch stark, die Achtung der Frau. Aus muslimischer männlicher Sicht „Einer Frau gibt man keine Hand

  3. Dieter Leonard

    „Da nicht unerheblich kriminelles Blut in den Adern, sollte das mehrmals in der DG zum Tragen kommen, konnte verhindert werden. (polizeilich belegt)

    Was wollen sie uns damit sagen Frau Kerstges ?
    Ich interpretiere es so:
    Durch manche Adern mag kriminelles Blut fließen, durch andere das Blut der Unbedarftheit.
    Hören sie doch auf mit ihren nicht nachvollziehbaren Anspielungen, Gerüchten und der Sippenhaft, in die sie alle Muslime, Flüchtlinge oder wen auch immer nehmen.