Freddy Rinck schreibt für Wikipedia

"Vaters Brockhaus steht im Keller": Für die Enzyklopädie auf Papier hat Freddy Rinck aus Eupen keine Verwendung mehr. Er selbst verfasst seit über zehn Jahren Artikel für das Online-Lexikon Wikipedia.

Freddy Rinck (r.) mit BRF1-Moderator Andreas Ryll

Freddy Rinck (r.) mit BRF1-Moderator Andreas Ryll

Am 15. Januar 2001 ging Wikipedia online (Freies Wissen für die Welt: 15 Jahre Wikipedia), kurz darauf auch die deutschsprachige Version. Freddy Rinck, in Eupen als Bäckermeister bekannt, arbeitet seit 2004 an der Online-Enzyklopädie mit.

„Ich hatte einen Aufruf gesehen, dass Wikipedia auf der Suche nach Redakteuren war. Dann habe ich den Begriff ‚Eupen‘ eingegeben, um zu sehen, was Wikipedia an Informationen brachte. Und dann habe ich mich rangegeben, den Artikel über Eupen ein bisschen auszubauen“, schildert Rinck den Beginn seiner Arbeit als Hobby-Autor für Wikipedia.

Weiter ging es mit Musikern und Komponisten aus der Region, wie dem Vervierser Geiger Henri Vieuxtemps und Eugene Ysaye aus Lüttich. „Es ist sehr bereichernd. In den Fächern, in denen ich aktiv bin – alte Musik, Heimatgeschichte, Heimatgeografie – habe ich eine durchaus ansehnliche Bibliothek angelegt.“

„In den ersten Jahren bin ich belächelt worden – ‚als hätte die Welt jetzt noch auf dich gewartet‘. Aber inzwischen höre ich von einigen Bekannten, die alljährlich ihren Obolus an Wikipedia entrichten“, erklärt Rinck. „Die sagen: ‚Ich nutze Wikipedia, wenn ich eine Enzyklopädie hätte, dann müsste ich die auch bezahlen.“

Mittlerweile hat Freddy Rinck fast 800 Artikel verfasst. Im BRF-Interview gibt er auch Tipps für angehende Wikipedia-Autoren.

ar/km - Bild: Renate Ducomble/BRF

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2 Kommentare
  1. Marc Despineux

    Werter Herr Rinck,
    Sie haben ein ganz besonderes Hobby.
    Ganz gerne würde ich auch etwas über „die Reise“ und die „Erlebnisse“ ihrer berühmten Geige erfahren, bestimmt auch eine Sendung wert.

  2. Guido Scholzen

    Seit 2008 bin ich auch in vielen Wikipedia-Artikeln tätig gewesen. Es macht Spaß, Wissen mitzuteilen, und diese Eintragungen werden ja auch nicht unkontrolliert einfach stehen gelassen. Und dieses „Kontrollieren“ ist inzwischen ein Problem bei vielen Eintragungen im wissenschaftlichen und politischen Bereich.
    Verschiedene Themen haben sich bestimmte „Administratoren“ unter den Nagel gerissen, dh. wer etwas anderes schreibt als der „Verwalter“ zulässt, wird ignoriert, blockiert, wegretuschiert.
    Wikipedia hat deshalb seit einigen Jahren viele tausende Aktive verloren. Und die Anzahl der aktiven Wikipedianer wird auch in Zukunft sinken, nicht steigen, leider. Schuld sind die Administratorenrechte und deren Inhaber.
    Fazit: Aus diesem Grund ist WIKIPEDIA ZENSIERT.
    Von einer „freien Enzyklopädie“ kann schon lang nicht mehr die Rede sein.
    Seit 2 Jahren habe ich nichts mehr geschrieben.

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