Die Sternsinger sind wieder los

Sie kommen aus dem Morgenland und ziehen derzeit durch Ostbelgien: Kaspar, Melchior und Balthasar sind wieder unterwegs, um an den Häusern ihren Segen zu hinterlassen und Spenden für wohltätige Projekte zu sammeln. Am Mittwoch haben die ostbelgischen Sternsinger das Parlament besucht.

2012 waren die Sternsinger zum letzten Mal zu Gast im Parlament, damals noch am Kaperberg. Nun wurde die Tradition wieder zum Leben erweckt. In Empfang genommen wurden sie von Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz und weiteren Abgeordneten. Für jeden der neun ostbelgischen Pfarrverbände war eine Sternsinger-Gruppe stellvertretend dabei. Sternsinger aus Heppenbach durften mit Kreide den allerersten Segensspruch im neuen Plenarsaal anbringen.

Die diesjährige Sternsinger-Aktion steht unter dem Leitgedanken „Respekt für dich, für mich, für andere in Bolivien und weltweit“. Rund 1.000 Kinder ziehen in Ostbelgien als Kaspar, Melchior oder Balthasar von Haus zu Haus, um ihren Segen zu hinterlassen und Spenden für bedürftige Kinder zu sammeln.

Dabei wird es immer schwieriger Kinder zu finden, die sich an der Aktion beteiligen. In Eupen waren beispielsweise gerade einmal 30 Kinder in diesem Jahr als Sternsinger unterwegs.“Es ist nicht nur in Eupen etwas schwierig, sondern auch in verschiedenen anderen Ortsgemeinden. Die demographische Entwicklung macht sich natürlich überall bemerkbar. Es gibt Ortschaften und kleine Dörfer, wo nur ganz wenige Kinder sind. Das ist natürlich ein Problem, das wir kennen, aber wir können nur mit den Kindern arbeiten, die da sind“, erklärt Klinges.

Seiner Meinung nach ist das Nachwuchs-Problem aber nicht ausschließlich auf die demographische Entwicklung zurückzuführen. „Es ist nicht nur eine Frage der geringen Kinderzahl in Ostbelgien und auch darüber hinaus in Europa, sondern eben auch, ob sich Kinder und Jugendliche bereit finden, Solidarität zu zeigen – und da hapert es eben. Die Kinder und Jugendlichen nehmen sich ja nun einen ganzen Tag Zeit und manche auch sogar mehrer Tage, um dann von Haus zu Haus zu gehen. Und das ist manchen nicht immer so angenehm, weil es den Eindruck von Betteln macht. Aber das ist es ja gar nicht und soll es auch nicht sein, sondern es geht darum, ein Zeichen der Solidarität zu setzen“, so Klinges.

Die ostbelgischen Sternsinger sammeln im Schnitt jährlich 80.000 Euro. Die Spenden werden dem Aachener Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ überwiesen, das die Aktion in Ostbelgien trägt.

Kasper, Melchior und Balthasar sind in den letzten Tagen schon vielerorts gewesen, aber noch nicht überall. Vor allem am kommenden Wochenende werden in einigen Gemeinden, darunter Raeren oder Kelmis, noch Sternsinger unterwegs sein.

Text und Bilder: Melanie Ganser

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150