„The same procedure…“: Zum Te Deum im Lager Elsenborn stand die Kapelle wieder im Mittelpunkt

Am Dienstag ist im Lager Elsenborn das traditionelle Te Deum zum Festtag des Königs gesungen worden. Im Rahmen der Feier beklagte Pastor Herman Brouwers erneut den Zustand der Kapelle.

Te Deum in Elsenborn

Es hat ein bisschen was von „The same procedure as every year“. Und damit ist nicht einmal gemeint, dass im Lager Elsenborn alljährlich im Vorfeld des Festtags des Königs das traditionelle Te Deum gesungen wird – im Beisein von Vertretern des Militärs und der Zivilgesellschaft. Vielmehr stand in diesem wie schon in den vergangenen Jahren der Zustand der Kapelle im Vordergrund, die zu diesem Anlass genutzt wird.

Herman Brouwers kennt sich in Sachen Militär aus. Schließlich ist er als Militärgeistlicher schon 50 Jahre dabei – davon alleine die letzten 27 im Lager Elsenborn. Es sei eine treue Kundschaft, sagt Herman Brouwers, die nicht zuletzt die günstigen Gottesdienstzeiten schätze: samstagabends um halb sieben und sonntags um 9 Uhr. Die Leute kommen aus den umliegenden Dörfern und eine ganze Reihe auch aus Kalterherberg.

Dass wegen der für Militäreinrichtungen geltenden Terrorwarnstufe strenge Sicherheitsmaßnahmen den Messgang für einige Monate erschwerten, kann Hermann Brouwers in Anbetracht seines Publikums immer noch nicht nachvollziehen. Und der aus Moresnet-Kapelle stammende Priester nimmt auch dann kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, den schleichenden Verfall der Kapelle im Lager Elsenborn zu beklagen: Das Militär müsse endlich handeln, findet er.

Doch ganz so einfach scheint das nicht so gehen. Lagerkommandant Yves Limbourg, der übrigens im Januar abgelöst wird, hat die Akte bei seinem Amtsantritt „geerbt“ und räumt ein, dass sie wohl viele Jahre liegen gelassen wurde. In der Zwischenzeit habe aber noch der vorige Verteidigungsminister Pieter De Crem zugesagt, die Kapelle soweit in Ordnung zu halten, dass sie weiterhin genutzt werden kann…

Auf der anderen Seite hatte der Minister aber auch darauf bestanden, dass für die Nutzung der Kapelle eine Gebühr entrichtet werden muss – so wie sie etwa für Sportvereine gilt, die militärische Einrichtungen nutzen. Im Fall der Kirchenfabrik Nidrum, in deren Einzugsbereich die Lagerkapelle liegt, geht es um 1.875 Euro. Dabei war die Nutzung vorher gratis, moniert Herman Brouwers.

So Gott will wird Pastor Herman Brouwers spätestens beim Te Deum im nächsten Jahr daran erinnern.

Text und Bilder: Stephan Pesch

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