Null Toleranz bei Cannabis, oder was?

Cannabis, umgangssprachlich auch Gras genannt, scheint fast schon gesellschaftsfähig geworden zu sein. Fürsprecher loben zum Beispiel gerne die therapeutischen Möglichkeiten der Hanfpflanze. Doch wie sieht eigentlich die gesetzliche Lage aus?

Gemütlich eine Tüte drehen - nicht mehr lange erlaubt?

Der Besitz und Gebrauch von weichen Drogen ist in Belgien weiterhin verboten. Seit 2003 findet aber eine Ausnahmeregelung Anwendung: Volljährige dürfen drei Gramm Cannabis oder eine Hanf-Pflanze besitzen.

Die neue Föderalregierung hat aber kürzlich eine Null-Toleranz-Politik angekündigt. Sowohl der Besitz als auch der Konsum von Drogen im öffentlichen Raum soll nicht länger geduldet werden. In ostbelgischen Justiz- und Polizeikreisen ist man gespannt, wie eine neue Regelung zur Drogenbekämpfung aussehen könnte.

„Der Begriff ist nicht ganz klar. Null Toleranz heißt: Die Politiker möchten, dass jeder Cannabis-Konsument durch ein Strafgericht verfolgt wird. Das kann ich mir nicht vorstellen“, erklärt Nathalie Corman, Staatsanwältin am Gericht Erster Instanz in Eupen.

„Null Toleranz heißt vielleicht eher, dass die Staatsanwaltschaft oder die Polizei reagieren sollen. Was eigentlich ja schon gemacht wird, indem Protokolle erstellt und die Drogen sichergestellt werden. Ob dann gerichtliche Konsequenzen folgen, muss man dann sehen.“

„Cannabis gilt nachweislich als Einstiegsdroge“, erklärt Corman. Deshalb nimmt man den Cannabis-Konsum auch in Ostbelgien nicht auf die leichte Schulter. Laut einer langjährigen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO verdoppelt Cannabis die Risiken von Psychosen und Schizophrenie und bremst im Wachstumsalter die geistige Entwicklung.

Bild: Michel Krakowski/BELGA

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Ein Kommentar
  1. Peter Norml

    Liebe Polizei und Justiz!
    Warum verweist ihr auf recht alte Aussagen ausgerechnet aus dem Land in dem bereits 5 Staaten den Freizeitkonsum von Cannabis und weitere 23 Staaten den medizinischen Konsum reguliert/legalisiert haben? Warum bleibt ihr nicht in dem Land in dem ihr wohnt und arbeitet?
    “Tom de Corte”, “Jan Tytgat”, “Brice De Ryver”, “Paul de Grauwe” wären da z.B. ein paar vom Belgischen Steuerzahler finanzierte Professoren, mit denen jeder Politiker, Polizist oder Staatsanwalt erst mal gesprochen haben sollte bevor man öffentliche Feststellungen trifft! Mir haben die Herren z.B. sehr dabei geholfen zwar weiter mit aller Härte für regulierte Bezugsmöglichkeiten aber ebenso gegen Innerstädtische Coffeeshops zu kämpfen…
    Ihr hingegen negiert deren wissenschaftliche Erkenntnisse und wundert euch das auf Schul- und Bahnhofsklos in Unmengen Cannabis aber kaum Alkohol verkauft wird…? Dann fehlt euch offensichtlich die von mir bemängelte Informationsbandbreite.
    „Dank“ beschränkter Kommentarfunktion gibts den Rest nur via Suche nach meinem Blog…

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