Natura 2000: Stand der Dinge – Interview mit Stephan Benker

Das europäische Projekt "Natura 2000" will Tiere und ihre natürlichen Lebensräume schützen und dabei gleichzeitig die Aktivitäten der Menschen ermöglichen. Das Projekt steht jetzt kurz vor seinem Abschluss.

Stephan Benker

Stephan Benker

Die Artenvielfalt in der Natur schützen und trotzdem die Aktivitäten der Menschen ermöglichen: das ist das Ziel von Natura 2000. In dem europäischen Vorhaben sollen die Tiere und ihre natürlichen Lebensräume wie zum Beispiel Bäche, Wiesen und Wälder geschützt werden – und das im Einklang mit den Menschen, die dort arbeiten und wohnen.

20 Prozent der Fläche Europas soll Natura 2000-Gebiet werden. Für Ostbelgien ist die Wallonische Region verantwortlich für die Durchführung der Natura 2000-Maßnahmen. Das Projekt steht jetzt kurz vor seinem Abschluss, und nicht alle sind begeistert.

Gesprächspartner: Stephan Benker, Natura 2000-Beauftragter der Forstdirektion Malmedy

Bild: privat

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6 Kommentare
  1. Edgar Brodel

    Ich habe prinzipiell nichts gegen Naturschutz ganz im Gegenteil. Ich finde es jedoch eine Riensen „NATURASCHWEINEREI“ wenn man PRIVATEIGENTUM ohne deren Einverständnis als Naturschutzgebiete ausweist.
    Dies kommt einer Enteignung gleich ohne ensprechende Entschädigung für die Eigentümer.
    Ich finde es ebenfalls nicht in Ordnung dass die Landwirte schon seit ca. 14 Tagen über umfassendes Infomaterial
    verfügen. Die Eigentümer von Parzellen jedoch bis zum heutigen Tage nichts erhalten haben.

  2. Edgar Brodel

    Ich finde es nicht normal wie hier über andere Leute Eigentum entschieden wird. Wer entschädigt denn die Eigentümer
    den Wertverlust der Parzellen die ja nur mehr eingeschränkt nutzbar sind.
    Nicht genug dass das Pachtgesetz dem Eigentümer keinerlei Rechte mehr einräumt, jetzt fängt die Wallonische
    Region auch noch an einfach Naturschutzgebiete auszuweisen ohne die Eigentümer vorab hierüber zu informieren.
    Die Natur wird über Gebühr geschützt und wer schützt eigentlich uns als Eigentümer von Parzellen.

  3. Edgar Brodel

    Die extensiven Landwirte und Bewirtschafter der Flächen haben über Jahrzehnte erst durch ihren rücksichtsvollen Umgang mit der Natur die Flächen erhaltenswert gemacht und dies völlig kostenlos. Als Dank werden jetzt diese Flächen mit Verboten belegt.
    Was mich am meiste ärgert ist dass die Landwirte die in den 80 und 90 Jahren ihre Flächen umgepflügt und neu
    angesäat, die Hecken gerodet, Hänge planiert haben d.h. intensivst bewirtschaftet haben jetzt mit keinerlei
    Beeinträchtigungen mehr zu rechnen haben, da ihre Flächen nicht naturschutzwürdig sind.
    Naturschutz wird nur erfolgreich sein wenn dieser auf freiwilliger Basis beruht.

  4. Edgar Brodel

    Die Gemeinden zahlten nach dem Krieg eine Prämie von 25.000 Franken pro Morgen an die Eigentümer von Feuchtwiesen um diese Nutzbar zu machen (d.h. Verlegung von Drainagen).
    Jetzt soll alles wieder Rückgängig gemacht werden. Wer soll das noch verstehen?
    Wenn 20% der Fläche NATURA 2000 Fläche werden soll so sinkt die Fläche die noch normal landwirtschaftlich genutzt
    werden kann mit der Folge dass die verbleibende landwirtschaftliche Nutzfläche noch intensiver auf Kosten der Umwelt
    bewirtschaftet werden muss.

  5. Edgar Brodel

    Es wäre interessant zu wissen wie unsere EU Abgeordneten (und hier insbesonders Herr GROSCH) damit leben können dass Sie Milliarden € zum Erhalt einiger weinigen Tier- und Pflanzenarten ausgeben und in Afrika unsere Mitmenschen elendig den Hungertod erleiden müssen da der EU ja hier diese Milliarden fehlen um die drigend nötige Entwicklungshilfe voranzutreiben.
    Ich finde diese Politik moralisch höchst verwerflich!!!

  6. bruels werner

    Protest und Unmut sind hier mehr als verständlich. Doch nützt das nur dann etwas, wenn daraus sachliche Argumente entstehen, die jeder (!) Bürger im Rahmen des öffentlichen Untersuchungsverfahren schriftlich einreichen kann. Zu glauben, hier müsse „politischer Druck“ gemacht werden, ist abwegig, denn die hier von der EU bestimmten Spielregeln (die WR ist nur ausführend, wenn auch spät) stehen schon seit 20 Jahren fest und werden nicht kurz vor Schluss geändert.
    Das Einzige, was hilft, sind im Rahmen des Verfahrens vorgebrachte hieb- und stichfeste Argumente, die gegebenenfalls auch berücksichtigt werden müssen.

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