Pfarrer Paul Schoonbroodt verstorben

Der Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde Steffeshausen, Paul Schoonbroodt, ist tot. Im Alter von 79 Jahren verstarb der Traditionalisten-Priester im Krankenhaus in St. Vith.

Pfarrer Paul Schoonbroodt in seiner Kirche in Steffeshausen

Pfarrer Paul Schoonbroodt in seiner Kirche in Steffeshausen

Der Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde Steffeshausen, Paul Schoonbroodt, ist tot. Im Alter von 79 Jahren verstarb der Traditionalisten-Priester im Krankenhaus in St. Vith.

Paul Schoonbroodt war Ende April bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Schweinfurt schwer verletzt worden.

Der gebürtige Eupener befand sich auf dem Heimweg aus Tschechien, als er aus bisher ungeklärter Ursache mit einem anderen Fahrzeug zusammenstieß. Der Geistliche fuhr regelmäßig nach Tschechien, um dort eine Pfarre zu betreuen.

Nach dem Unfall wurde der 79-Jährige in ein Krankenhaus in Schweinfurt eingeliefert, später wurde er ins Krankenhaus in St. Vith verlegt. Dort verstarb er am Samstagabend an den Spätfolgen der Verletzungen.

Paul Schoonbroodt wurde 1958 zum Priester geweiht. 1970 wurde er Pfarrer von Steffeshausen. Als er vom Bistum Lüttich aufgefordert wurde, die neue Liturgie zu feiern, weigerte er sich. Er trat in Kontakt mit Erzbischof Lefebvre und der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Im Jahr 1988 wurde Schoonbroodt exkommuniziert. Am Ortsrand von Steffeshausen gründete er mit Spendengeldern die Herz-Jesu-Kirche, wo er weiterhin die Liturgie im überlieferten Ritus feierte.

Der Geistliche ist in seinem Haus aufgebahrt. Die Exequien für Paul Schoonbrodt finden am Donnerstag um 10 Uhr statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem örtlichen Friedhof.

Als Papst Benedikt und die Pius-Bruderschaft 2009 eine Annäherung suchten, hatte sich Paul Schoonbroodt schon von den Nachfolgern seines Weggefährten Lefèvre distanziert. Er hielt sie für zu kompromissbereit. Über seine – radikale – Stellung im Spektrum der Vatikankritiker führten wir 2009 mit ihm ein – erstaunlich freimütiges – Interview.

mitt/est/mh - Bild: virgo-maria.org

6 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    R.I.P.

  2. Katharina Kuper

    „Wenn jemand bereits hier auf Erden die Priesterwürde vollständig durchschauen könnte, so würde er sterben- aber nicht aus Angst, sondern aus LIEBE.

    Der Priester besitzt den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen. Er ist es, der die Tür öffnet; er ist der Haushälter des lieben Gottes…“Worte des hl.Pfarrer von Ars

    In großer Dankbarkeit für seine Priestertum, seine Lebenshingabe, den treuen Dienst an den Seelen, besonders in unserer Pfarrgemeinde.
    Geboren, um zu sterben. Gestorben um zu leben.

  3. Georg Falter

    Menschen, die ihren Überzeugungen in der heutigen Zeit gegen alle Widrigkeiten noch treu bleiben, werden leider immer seltener. Möge er in Frieden ruhen.

  4. Angela Kerstges

    Ich schliesse mich den Mails sowohl von Herrn Margraff als auch von Herrn Falter an.

  5. Peter Ruymans

    Der Papst und die katholische Kirche bleiben ihren Überzeugungen auch treu. Allerdings werden die gerade deswegen hier zerissen.

  6. Christoph Hagen

    @Herr Ruymans: Vor maximal 60 Jahren neu erworbenen „Überzeugungen“ vielleicht, die man zuvor selbst noch verurteilt hat. Man muss nicht einen so markanten Standpunkt zu dieser verstorbene Priester, aber grundsätzlich kann das jeder erkennen. Papst Franziskus versucht ja nicht einmal mehr, diesen Widerspruch zu verbergen.