Die politisch-demokratische Bildung soll in Ostbelgien künftig verpflichtend an allen Schulen vermittelt werden. Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft will sie dafür als überfachliche Kompetenz im Rahmenplan verankern. Ein eigenes Schulfach ist nicht vorgesehen, kann aber von Schulen und Schulträgern eigenständig beschlossen werden.
Das hat Unterrichtsminister Jerôme Franssen (CSP) auf eine Frage von Andreas Jerusalem (Ecolo) erklärt.
Politische Bildung solle nicht auf ein oder zwei Unterrichtsstunden pro Woche beschränkt bleiben. Vielmehr gehe es auch um kritisches Denken, den Umgang mit Medien, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen und Mitbestimmung im Schulalltag. Diese Kompetenzen könnten in unterschiedlichen Kontexten und Fächern aufgebaut werden.
Im Frühjahr 2027 will die Regierung die Akteure im Schulbereich zu dem Rahmenplan-Entwurf konsultieren. Minister Jerôme Franssen will auch den Rat der Deutschsprachigen Jugend und Schülerräte einbeziehen. Anschließend soll der überarbeitete Rahmenplan ins Gesetzgebungsverfahren gehen. Die Regierung plant, ihn im Mai oder Juni 2028 dem Parlament vorzulegen. Zum ersten September 2028 soll er in Kraft treten.
Politische Bildung in der Sekundarschule: Pflichtfach oder fächerübergreifend?
mitt/gaz