Seit Tagen klagten Verbraucher in Eupen und mehreren Nachbargemeinden über einen ungewöhnlich starken Chlorgeruch im Leitungswasser. Auslöser war laut Wallonischer Wassergesellschaft SWDE eine erhöhte Ammoniumkonzentration im Rohwasser der Wesertalsperre. Nach starken Regenfällen nach Trockenheit und dem Brand im Hohen Venn waren Stoffe in den Stausee gespült worden. Um die Trinkwassernormen einzuhalten, hatte die Aufbereitung deshalb mehr Chlor eingesetzt.
Wasser wieder normalisiert
Im Umweltausschuss des Wallonischen Parlaments erklärte Umweltminister Yves Coppieters (Les Engagés), dass sich die Lage in den von der Wesertalsperre versorgten Wasserverteilstationen seit dem 23. Oktober wieder normalisiert habe. Ein Restchlorgeruch könne zwar noch auftreten, beeinträchtige aber nicht die Trinkqualität.
Die Wasseraufbereitung sei angepasst und die Kontrollen im gesamten Verteilnetz erhöht worden. Nach dem Vennbrand habe man in der Eupener Talsperre einen siebenfach höheren Ammoniumwert festgestellt. Coppieters erklärte, dass Kontrollmechanismen nach Extremereignissen wie Dürre, Dauerregen oder einem Brand künftig verstärkt werden müssten.
Auch in der Wasserstation Bütgenbach sei die Überwachung verschärft worden – dort seien jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Die SWDE hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass die Ammoniumwerte im Wasser der Talsperre wieder zurückgingen und keine Gesundheitsgefahr bestand.
Gemeinden hatten kaum Informationen
Kritik kam vor allem von der Regionalabgeordneten und Bürgermeisterin von Limbourg, Valérie Dejardin (PS). Viele Einwohner hätten sich an ihre Gemeinde oder Nachbarverwaltungen gewandt – allerdings lagen anfangs auch den Gemeinden keinerlei Informationen vor. Erst auf Nachfrage habe die SWDE ausführlicher kommuniziert.
"Gerade weil unsere Region in den letzten Jahren durch Hochwasser, Trockenheit und den Vennbrand stark strapaziert wurde, ist es bedauerlich, dass es zu wenig schnelle Informationen gab", sagte Dejardin. Das hätte man besser antizipieren können. Es brauche nicht nur eine bessere Krisenverwaltung, sondern auch nach einer Krise eine bessere Kommunikation. "Andernfalls muss man sich nicht wundern, wenn die Bürger an der Transparenz der Behörden zweifeln."
Offene Fragen zur Chlorkonzentration
Auch die ostbelgische Abgeordnete Christine Mauel (MR) kritisierte die späte Informationspolitik. Besonders unzufrieden zeigte sich Freddy Mockel (Ecolo): Er wollte wissen, wie hoch die Chlorkonzentration im Wasser während des Vorfalls genau gewesen sei. Eine Antwort darauf gab es im Ausschuss jedoch nicht.
Manuel Zimmermann