Schweres Gerät wird an der Asteneter Straße aufgefahren. Ein Unternehmen aus Andenne in der Provinz Namur ist mit einer Spezialpumpe angerückt. Große Schläuche und schwere Verbindungsstücke werden zusammengefügt - und ein Schwimmelement ins Wasser gelassen. Damit können Blätter oder Zweige herausgefiltert werden, anschließend wird das Wasser in die Göhl gepumpt. Diese Arbeiten sind der erste Schritt, um den Weiher zu renaturieren.
"Das Problem ist, dass die Böschungen hier mit den Jahren immer schwächer geworden sind und die Bäume, die darauf stehen, am umkippen sind. Wir hatten die Angst, dass eine Böschung uns wegbricht", erläutert Raymond Lenaerts, Umweltschöffe der Gemeinde Kelmis.
"Wenn wir jetzt nichts machen, dann verlieren wir den Lebensraum", so Emily Hugo, Natura-2000-Beraterin bei Natagriwal. "Man sieht: Am Damm sind an mehreren Seiten Löcher drin. Und wenn einmal zu viel Wasser kommt, könnte es sein, dass der Damm einfach weggeht", sagt sie. Die Bäume, die im Rahmen der Maßnahmen gefällt werden müssen, versah sie vor Ort mit einer Kennzeichnung.
Der Weiher in Hergenrath ist nicht nur Lebensraum für Wasservögel, sondern auch für Fische und Amphibien. Die Enten werden auf andere Gewässer in der Gegend ausweichen müssen. Und was geschieht mit den übrigen Tieren? "Es sind schon Leute am Wochenende hergekommen, um die Fische herauszuholen. Das haben wir schon gemacht. Und im Frühjahr ist auch noch ein sensibler Punkt: Das sind die Kröten. Und deshalb haben wir da, wo das Wasser in den Weiher hereinkommt, eine kleine Stelle angelegt, wo die Kröten nächstes Jahr dann ihren Lebensraum finden", sagt Hugo.
Ein Lebensraum für Tiere: Das war ursprünglich nicht die Funktion, die dem Weiher zugedacht war. "Der ist 1820 angelegt worden, um die Hergenrather Mühle mit Wasser zu beliefern", erklärt Lenaerts. "Er hat ungefähr 100 Jahre seine Funktion erfüllt. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg ist Strom gekommen und dann war der Hergenrather Weiher nicht mehr nötig." Zumindest nicht in seiner ursprünglichen Funktion.
Dass er in den kommenden rund zwei Jahren renaturiert wird, bringt Kosten mit sich. Doch da gibt es für die Gemeinde Kelmis angesichts knapper Kassen eine gute Nachricht, sagt der Schöffe: "Die Kosten werden übernommen von der Wallonischen Region und von der Europäischen Union. Also, das kostet die Gemeinde eigentlich gar nichts."
In einem nächsten Schritt muss zunächst ein Lastenheft für die weiteren Arbeiten erstellt werden. Der Weiher in Hergenrath wird auf Zukunft und auf Natur getrimmt.
Moritz Korff









Was geschieht mit den Wasserschildkröten?