Der gelernte Kfz-Mechatroniker aus Eupen hat sich vor drei Jahren beruflich dem Fahrrad zugewandt. In diesem Jahr hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und in der Unterstadt den UpCycle-Bike-Workshop eröffnet. "Ich habe Kfz-Mechatroniker gelernt und dann irgendwann gesagt: Das Fahrrad ist das schönere und nachhaltigere Mittel zum Fortbewegen", erklärt Franzen. "Dann habe ich mich entschieden, Richtung Fahrrad umzuschulen."
Ein Beitrag für die Unterstadt
Für seinen Standort hat sich Franzen bewusst für die Unterstadt entschieden. Neben der Lage am Weserradweg und den guten Radverbindungen sei vor allem der Wunsch entscheidend gewesen, die leerstehenden Geschäftsflächen wieder zu beleben. "Ich war selber immer in der Unterstadt, und es war schade, dass alle Gebäude oder Geschäftsflächen zumachten", sagt er. "Ich fand es schön, hier wieder etwas zu starten."
Die Unterstadt sei nicht mehr so belebt wie früher. Genau deshalb hofft Franzen, mit seiner Werkstatt im Schilsweg einen kleinen Beitrag zur Belebung des Stadtteils leisten zu können.
Reparieren statt neu kaufen
Im Zentrum des Angebots steht die Fahrradreparatur. Zusätzlich bietet Franzen restaurierte Gebrauchträder an, die er selbst wieder instand setzt. "Neue Räder sind sehr, sehr teuer geworden, auch während der Corona-Zeit immer weiter gestiegen", sagt der Unternehmer. "Ich finde, das Fahrrad ist ein Verkehrsmittel, das für jeden zugänglich sein sollte."
Mit der Aufarbeitung gebrauchter Räder will er deshalb dafür sorgen, dass Fahrräder länger im Umlauf bleiben – ein Ansatz, der Nachhaltigkeit und Erschwinglichkeit verbindet.
Mut zum eigenen Business
Der Schritt in die Selbstständigkeit sei nicht leicht gewesen, sagt Franzen. Für ihn sei es dennoch der richtige Moment: "Ich wollte es versuchen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich bin noch jung, ich habe die Energie und die Willenskraft, etwas in die Hand zu nehmen."
Der 29-Jährige führt die Werkstatt derzeit allein. Falls die Nachfrage steigt, könnte er sich aber vorstellen, Mitarbeiter einzustellen. "Erst mal auf eigenen Füßen stehen und dann gucken, dass man das zum Laufen kriegt."
Konkurrenz als Chance
In Eupen gibt es bereits weitere Fahrradanbieter. Franzen sieht darin kein Problem: "Es gibt auf jeden Fall eine starke Konkurrenz, die auch gute Arbeit macht. Aber ich hoffe, dass da noch ein Platz für mich ist, wo ich meinen Fuß fassen kann."
Sein Motto lautet: Konkurrenz belebt das Geschäft. Für Radfahrer in Eupen bedeutet der neue Betrieb jedenfalls eine zusätzliche Werkstatt – mitten in der Unterstadt.
Manuel Zimmermann