Denn die Einwohner stellen ab dem kommenden Jahr keine Restmüllsäcke mehr an die Straße, sondern Mülltonnen. Entscheidend ist dann, wie viel Kilogramm Rest- und Biomüll man produziert und wie oft man seine Tonnen leeren lässt.
Die Grundgebühr ist nach Haushaltsgröße gestaffelt und beinhaltet pro Person eine Freimenge von 50 kg Rest- und 25 kg Biomüll sowie 30 Tonnenleerungen pro Jahr. Wer mehr als die Freimenge an die Straße stellt, zahlt pro Kilo einen Aufschlag. Das soll Anreize schaffen, Müll zu reduzieren. Dass das funktioniere, zeigten die vielen Beispiele von Gemeinden, die das System schon nutzen.
Allerdings steigen die Kosten für die Müllentsorgung deutlich, vor allem, wenn man viel Müll hinterlässt. Einer der wichtigsten Kritikpunkte der Opposition. Da reiche es auch nicht, dass es Härtefallregeln gebe, etwa für Haushalte, in denen viele Windeln anfallen.
Das Kollegium betont, dass die Kosten auch im alten Sacksystem deutlich gestiegen wären. Wahr ist aber auch, dass die Gemeinde die Müllgebühr so stark erhöht, dass damit 110 Prozent der tatsächlichen Kosten gedeckt werden. Das ist das gesetzlich zulässige Maximum. Das Kollegium rechtfertigt sich damit, dass in den vergangenen Jahren die Müllgebühr die Kosten nicht gedeckt habe. Außerdem gebe es so einen Puffer, um die erwarteten Kostensteigerungen der nächsten Jahre abfedern zu können.
Umweltschöffe Guido Deutz (Ecolo) im Gespräch mit Olivier Krickel über die neue Gebührenstaffelung.
Staffelung bei der Pauschalgebühr
Die Pauschale beinhaltet pro Person im Haushalt die Entsorgung von 50 kg Restmüll und 25 kg Biomüll bei 30 Entleerungen für beide Tonnen zusammen.
| Haushaltszusammensetzung | Jährliche Gebühr |
|---|---|
| 1 Erwachsener | 88,00 € |
| 1 Erwachsener + 1 Kind | 123,50 € |
| 1 Erwachsener + 2 Kinder | 137,50 € |
| 1 Erwachsener + 3 Kinder oder mehr | 143,00 € |
| 2 Erwachsene | 172,00 € |
| 2 Erwachsene + 1 Kind | 207,00 € |
| 2 Erwachsene + 2 Kinder | 221,00 € |
| 2 Erwachsene + 3 Kinder oder mehr | 227,00 € |
| 3 Erwachsene | 251,50 € |
| 3 Erwachsene + 1 Kind | 286,50 € |
| 3 Erwachsene + 2 Kinder | 300,50 € |
| 3 Erwachsene + 3 Kinder oder mehr | 306,00 € |
| 4 Erwachsene oder mehr | 326,50 € |
| 4 Erwachsene oder mehr + 1 Kind | 362,00 € |
| 4 Erwachsene oder mehr + 2 Kinder | 376,00 € |
| 4 Erwachsene oder mehr + 3 Kinder oder mehr | 381,50 € |
Übersteigt das Müllaufkommen oder die Zahl der Leerungen den Freibetrag gibt es folgende Zuschläge:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Restmüll zwischen 50 und 100 kg | 0,85 € / kg |
| Restmüll über 100 kg | 1,20 € / kg |
| Organischer Abfall über 25 kg | 0,20 € / kg |
| Leerungen über 30 pro Jahr | 1 € / Leerung |
Für bestimmte Lebenssituationen, in denen sich ein erhöhtes Restmüllaufkommen kaum vermeiden lässt, sieht die Gebührenordnung zusätzliche Freimengen vor. Personen mit chronischer Inkontinenz erhalten eine zusätzliche Freimenge von 730 kg Restmüll pro Jahr. Voraussetzung ist die Vorlage eines ärztlichen Attests bei der Gemeindeverwaltung.
Für Haushalte mit Kleinkindern unter drei Jahren, die Einwegwindeln verwenden, sieht die Gebührenordnung eine zusätzliche Freimenge von 333 kg Restmüll pro Kind und Jahr vor. Damit wird dem zusätzlichen Abfallaufkommen Rechnung getragen.
Für Vereine, die über eine eigene Infrastruktur verfügen oder gemeindeeigene Gebäude nutzen, ist eine kostenlose Müllentsorgung vorgesehen.
Neben den Privathaushalten können auch Geschäfte und Gewerbetreibende als sogenannte „gleichgestellte Einrichtungen“ am neuen System teilnehmen, sofern ihr Abfallaufkommen haushaltsübliche Mengen nicht überschreitet. Als Richtwert gelten höchstens 240 Liter Restmüll bei einer zweiwöchentlichen Abholung.
Für diese Einrichtungen beträgt die jährliche Pauschalsteuer 45 €. Die anfallenden Abfallmengen und Leerungen werden, anders als bei Privathaushalten, bereits ab dem ersten Kilogramm beziehungsweise der ersten Leerung berechnet.
Informationsveranstaltungen
Die Gemeinde Raeren informiert am 29. Oktober (Bergscheider Hof), 5. November (Bergscheider Hof) und 12. November (Aula Schule Raeren) 2026 jeweils um 19.00 Uhr über das neue System. Im Mittelpunkt stehen die praktische Organisation der künftigen Müllsammlung, die beschlossenen Gebühren und die vorgesehenen Sonderregelungen.
Olivier Krickel