"Erinnere mich!" – ein kleiner, simpel gehaltener Metallkasten. Und, wie funktioniert das Gerät? Es steht im Haus der betroffenen Person und ist mit dem Internet verbunden. Zu festgelegten Zeiten kommt die Erinnerung: "Tabletten einnehmen" zum Beispiel.
Hendrik Kerren hat im vergangenen Schuljahr sein Abitur am Robert-Schuman-Institut absolviert. "Erinnere mich!" ist sein Abschlussprojekt. "Ich bin darauf gekommen, weil der Onkel meines Vaters an Alzheimer erkrankt ist. Er hat viel vergessen und konnte sich immer weniger um sich selbst kümmern. Deswegen habe ich mein Projekt entworfen, um ihm ein autonomeres Leben zu ermöglichen."
Die Anzahl der Erinnerungen und die dafür festgelegten Uhrzeiten bestimmt Hendrick mithilfe eines eigens entworfenen Programms. Bei einer Erinnerung erscheint eine Nachricht und ein Warnsignal ertönt. Bestätigt die Person die Einnahme auf dem Gerät innerhalb von zehn Minuten nicht, dann wird eine Bezugsperson per E-Mail kontaktiert. "Darüber hinaus befindet sich an dem Gerät ein Hilferufknopf und ein Temperatursensor. Bei Temperaturen über 21 Grad erinnert das Gerät regelmäßig ans Trinken."
Hendrick ist stolz auf sein Projekt. Kein Wunder: Mit "Erinnere mich!" landete er beim Wettbewerb "Fokus Erde" auf dem ersten Platz. Sein Fachlehrer Etienne Simar hat ihn ein Jahr lang eng begleitet. "Das war ein schöner, gemeinsamer Weg", sagt Simar. "Der erste Platz beim Wettbewerb ist natürlich eine tolle Belohnung."
Hendrik Kerren hat jedenfalls eine Menge Erfahrungen aus dem Projekt mitnehmen können. "Ich habe tatsächlich viele Fehler gemacht und musste mich mehrmals aufraffen. Unterm Strich hat es mir aber gezeigt, dass ich nicht direkt aufgeben darf. Das ist sehr wertvoll für mein Leben."
Und wie geht es mit "Erinnere mich" weiter? Aktuell steht das Gerät bei seinen Großeltern. Sie verwenden es tagtäglich. Das Projekt soll – fürs Erste – nicht weiter verfolgt bzw. ausgebaut werden. Und wie geht es mit Hendrick weiter? Er wird jetzt erst einmal seinem Informatikstudium in Lüttich nachgehen.
Dogan Malicki








